Was ist eine mechanische Tastatur?

Vermutlich stellen sich diese Frage einige unter euch beim Betreten dieser Seite. Zählt man nicht gerade zu den Personen, die bereits vor 20 Jahren (bewusst) mit Computern gearbeitet haben, oder kennt die aktuellsten Tastaturen auf dem Markt, so kann man es niemandem verübeln, den Begriff mechanische Tastaturen erst mal im Raum stehen lassen zu müssen.

Zuerst muss man wissen wie die heutigen „normalen“ Tastaturen arbeiten, um den Hauptunterschied zu verstehen. Es befindet sich unter den Tasten eine große Gummimatte mit einzelnen Erhöhungen unter jeder einzelnen Taste. (Daher kommt der Begriff „Rubberdome“)

Drückt man diese Taste nun, so schließt sich ein Kontakt darunter und das Signal wird ausgelöst. Größtes Problem bei dieser Lösung ist die natürliche Materialermüdung der Gummimatte. Jeder hat schon einmal erlebt, dass der schön „knackige“ Druckpunkt der Tastatur, den man noch in Erinnerung hat, verschwunden ist. Zu diesem Zeitpunkt wird meist eine neue Tastatur gekauft um wieder ein angenehmes Schreibgefühl zu haben.

Was wäre jetzt, wenn man diese Gummimatte einfach gegen stabile einzelne, stabile Schalter tauschen würde, die eine dauerhaft unveränderte Charakteristik beim drücken bieten könnten? Was wäre, wenn man diese Schalter durch verschiedene Techniken auch noch in der Haptik beim Drücken verändern könnte?

Genau das wäre eine mechanische Tastatur. Unter jeder einzelnen Taste befindet sich ein kleiner mechanischer Schalter der beim Drücken das Signal an den Computer weitergibt. Ein Schalter besteht grundlegend aus 4 Teilen: -Das Gehäuse -Die Feder, welche die Kraft für das Drücken der Taste beeinflusst -Der „Stem„, also der Schlitten, welcher im Gehäuse gedrückt wird und, wenn gewünscht, taktiles oder akustisches Feedback gibt –Goldkontakte, welche beim Tastendruck geschlossen werden und für 50 Millionen Anschläge ausgelegt sind

Ein weiterer oft genannter Vorteil bietet sich wenn man schon einmal versucht hat mit einer gewöhnlichen Tastatur zu zweit an einem Rechner zu spielen. Werden hierbei eine gewisse Anzahl an Tasten zeitgleich gedrückt, so werden die Eingaben einfach nicht mehr wahrgenommen. Dieses Phänomen wird als Key Rollover bezeichnet.

Bei mechanischen Tastaturen steht oftmals eine Zahl davor, welche beschreibt wie viele zeitgleiche Eingaben erkannt werden. 6 KRO würde beispielswiese 6 gleichzeitig gedrückte Tasten erkennen. Das höchste aller Gefühle stellt eine Tastatur mit NKRO dar. Hier könnte man sich auf die Tastatur setzen und dennoch würden alle Anschläge weitergegeben werden.

Nimmt man all diese Eigenschaften zusammen, so hat man erstmals ein Verständnis dafür warum mechanische Tastaturen meist ein paar Euro mehr kosten. Wird man sich aber bewusst, dass eine Tastatur mit Gummimatte für gerade einmal 3-5 Millionen Anschläge ausgelegt ist, die mechanische aber mit 50 Millionen Anschlägen auffährt, so hat man weniger Verständnis für die Käufer herkömmlicher Tastaturen 😉

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