Test: Razer BlackWidow X Chroma (RGB-Gamingtastatur)

Die Razer BlackWidow X Chroma ist die neueste mechanische Tastatur der bekannten Gaming-Peripherie-Marke mit RGB-Beleuchtung. Außerdem kann sie mit einer Metalloberseite und Razers eigenen Schaltern aufwarten.

Packung der Razer BlackWidow X Chroma
Packung der Razer BlackWidow X Chroma

Zum Review liegt die BlackWidow X Chroma (Herstellerwebseite) im deutschen ISO-DE-100%-Layout (UVP 189,99€ ) vor, ist aber auch in US-ANSI und als TKL „Chroma Tournament Edition“ (UVP 159,99€) erhältlich.
Verzichtet man auf die RGB-Beleuchtung gibt es noch die BlackWidow X Ultimate mit einfarbigem grünen Backlight (UVP 119,99€), die TKL BlackWidow X Tournament Edition (UVP 84,99€) verzichtet ganz auf Beleuchtung. Die letzten beiden setzt auf originale Cherry MX Blues, die Chroma-Varianten auf Razers eigene Green-Schalter.

BlackWidow X Chroma von oben
Razer BlackWidow X Chroma von oben
EigenschaftBeschreibung
LayoutISO-DE, 100%
(auch in US-ANSI erhältlich)
SchalterRazer Green
AnschlussUSB
Kabel2 m; fest verbaut, sleeved
Key Rollover10KRO
Maße (BxTxH) [cm]
(lt. Hersteller)
45,9 x 15,6 x 4,1
Masse1,42 kg
BesonderheitenRGB-Beleuchtung;
Kabelmanagement;
Metallobercase;
Makros
Preis (UVP)189,99 €
Rückseite der Packung
Rückseite der Packung

Im Lieferumfang der recht bunten Packung befinden sich neben der Tastatur selbst eine mehrsprachige Anleitung (u.a. auf Deutsch, Englisch und Französisch), eine Einladung in die Razer-Community („Cult of Razer“) und zwei Markenlogo-Aufkleber.
Gut finde ich an der Box, dass man gleich im Laden die Schaltercharakteristik anhand der Pfeiltasten erfahren kann.

Design und Äußeres

Unterseite mit Kabelkanälen
Unterseite mit Kabelkanälen

Großes Hauptfeature dieser mechanischen Tastatur, das auch sofort ins Auge fällt: die Metalloberseite. Ziemlich genau 1 mm dickes Aluminium zieht sich von der Unterkante der Vorderseite bis zur Unterkante der Hinterseite. Unterseite und Seitenteile sind jeweils aus Kunststoff.
Im Vergleich zur „normalen“ BlackWidow bemerkt man direkt den Wegfall der dedizierten Makrotasten auf der linken Seite, die ja manche Blindschreiber verwirrt hatten.

Front
Front
Rückseite
Rückseite
Seite mit eingeklappten Füßen
Seite mit eingeklappten Füßen

Durch die Aluminiumplatte, die die mount plate ersetzt (und daher kein 100% „richtiges“ Metallgehäuse darstellt), bietet die Tastatur eine enorme Druckfestigkeit und vor allem Verwindungssteifigkeit. Durch dieses Feature gewinnt die Haptik also durchaus, zusätzlich ergibt sich die beliebte „floating keys“-Optik.
Leider kam die Tastatur mit ein paar leichten Kratzern auf dem Aluminium aus der versiegelten Verpackung.

Zusätzlich zu den üblichen Aufstellfüßchen finden wir Kabelkanäle in drei Richtungen auf der Unterseite. Diese tragen zu einem aufgeräumteren Schreibtisch bei und sind daher sehr praktisch.

Aufgestellt mit ausgeklappten Füßchen
Aufgestellt mit ausgeklappten Füßchen

Die fünf Gummiflächen, die das Verrutschen verhindern sollen, sind relativ klein geraten, sind wegen des großen Eigengewichts des Keyboards aber trotzdem effektiv. Auch die Ausklappfüßchen sind gummiert, allerdings natürlich mit etwas weniger Fläche und in diesem Fall auch mit einem etwas härteren Material.

Beleuchtung und Software

Die Chroma bietet full-RGB-Beleuchtung, jede einzelne Taste lässt sich mit einem unabhängigen Farbwert belegen.

Floating keys mit Beleuchtung
Floating keys mit Beleuchtung

Die Software Razer Synapse muss separat heruntergeladen und installiert werden. Es gibt sie für Windows 7, 8(.1) und 10 sowie für OS X ab 10.8. Ohne sie sind fast alle Funktionen nicht nutzbar.

Synapse speichert Profile in der Cloud und erfordert einen Account, muss aber nicht ständig im Hintergrund laufen. Ganz nett war, dass so die Einstellungen der BlackWidow Chroma aus unserem Test 2014 direkt wieder zur Verfügung standen.
Aber nicht jeder möchte, dass die Software online ist oder überhaupt eine extra Software zur Beleuchtungsregelung. Synapse ist aber immerhin übersichtlich, einfach zu bedienen und funktioniert. Analysefunktionen wie z.B. eine Heatmap lassen sich übrigens optional aktivieren.

Eine der Millionen an möglichen Farben
Eine der Millionen an möglichen Farben

Es stehen insgesamt folgende Beleuchtungsmodi stehen zur Verfügung:

  • Zyklisches Durchlaufen des Farbspektrums: alle LEDs leuchten in derselben Farbe, welche aber kontinuierlich wechselt – dies ist auch der voreingestellte Standardeffekt.
  • Welle: ein Regenbogen läuft wahlweise von rechts nach links oder umgekehrt
  • Statisches Leuchten in einer Farbe
  • Atmen: pulsierende Beleuchtung
  • Reaktiv: Tasten leuchten nach Betätigung eine einstellbare Zeitspanne nach
  • „Plätschern“: von betätigten Tasten geht eine ringförmige Leuchtanimation aus
  • „Sternenfunkeln“: zufällig verteiltes Aufleuchten einzelner Tasten
Mit Synapse lassen sich verschiedene Modi nutzen.
Mit Synapse lassen sich verschiedene Modi nutzen.

Stellt man in der Software „weiß“ ein, dann ist die Beleuchtung auch ziemlich weiß – was nicht bei allen RGB-LEDs selbstverständlich ist.
Als kleines Gimmick ist auch das beleuchtete Razer-Logo auf der Vorderseite mit einer ansteuerbaren RGB-LED ausgestattet.

Weitere Ausstattung

Die Aufzeichnung von Makros ist auch direkt per Tastenkombination möglich, nämlich per Fn + F9. Den Spielemodus aktiviert man mit Fn + F10, um die Windowstaste und je nach Einstellung auch die Kombinationen Alt + F4 (beenden) und Alt + Tab (Fenster wechseln) zu unterdrücken.
Medientasten sind als Zusatzbelegung über Fn auf F1 bis F7 realisiert, per Fn und F11 bzw. F12 kann man die Helligkeit verstellen.

USB- oder Audio-Passthrough bietet dieses Modell nicht. Da ich persönlich solche Funktionen aber quasi nie nutze, finde ich das nicht weiter tragisch.

Schalter und Gaming

Grüner Razer-Schalter
Grüner Razer-Schalter

Die verbauten Switches sind vom Typ Razer Green, also mit 50 cN Auslösegewicht, mit ‚Klick‘ und haptischem Feedback am Auslösepunkt. Damit sind sie von der Charakteristik ähnlich den Cherry MX Blues. Eine Version mit Razer-Orange-Schaltern, d.h. Switches ohne Klick aber mit leichtem haptischem Feedback, ähnlich den MX Browns, gibt es bislang nicht.
Laut Razer vertragen sie sogar ganze 80 Millionen Anschläge. Wer mehr genauer wissen will, dem sei der eigene Artikel ans Herz gelegt.

Als Stabilisatoren unter großen Tasten sind solche nach „Costar“-Art verbaut.

In Sachen Spieletauglichkeit kann ich berichten, dass ich mit dieser Mecha Agent 47 aus dem neuesten Hitman in der anspruchsvollen Episode 5 „Colorado“ dank präzisem Feedback problemlos exakt navigieren konnte.
Texte schreiben kann man auf der BlackWidow X natürlich auch, und das sogar sehr gut. Dieses Review habe ich ausschließlich auf der Tastatur selbst getippt.

Stabilisator unter der Leertaste
Stabilisator unter der Leertaste

Beim Thema Key-Rollover (KRO) gibt der Hersteller eine Mindestzahl von zehn gleichzeitig erkannten Tasten ohne Modifier, d.h. 10KRO, an.
Der übliche Microsoft-KRO-Test wurde selbstverständlich auch diesmal bemüht. Zunächst war hier nur 6KRO geboten. Aktiviert man aber den Gaming-Modus (Fn + F10), sieht das gleich viel besser aus.

Teilweise fiel mir übrigens recht starkes Pingen auf, das offenbar von der Metalloberseite verstärkt wird. Je nachdem, auf welchem Untergrund die Tastatur steht, sind die Geräusche mehr oder weniger auffällig.

Tastenkappen

Tastenkappe im Detail
Tastenkappe im Detail

Die Keycaps haben zylindrisches Profil und bestehen aus nicht besonders dickem ABSKunststoff. Dieser ist wie bei beleuchteten Tastaturen üblich milchig-transparent und schwarz lackiert, wobei aus dem Lack dann die Beschriftung selbst herausgelasert wurde.

Die haptischen Markierungen („Hubbel“) auf F und J sind genau richtig, angenehm und deutlich zu spüren. Ansonsten ist der Lack auch angenehm, zeigt allerdings nach kurzem Gebrauch schon deutlich Fingerabdrücke.

Die neue Schriftart (font) ist viel besser lesbar und weniger aggressiv gestylt als bei der ’normalen‘ Blackwidow. Leider sind hier ein paar der Zweitbelegungen für meinen Geschmack etwas zu klein geraten (v.a. der Apostroph ‚ ).

Innenseite
Innenseite

Die Ausleuchtung ist ziemlich gut, kann aber wegen der intransparenten Schaltergehäuse bei den Zweit- und Drittbelegungen nicht wirklich glänzen.

Die unterste Tastenreihe sieht größentechnisch aus wie beim Vorgänger: 1,5U-Modifier, 6U-Leertaste und 1U-Widows-, -Kontextmenü- und –Fn-Taste. Damit tut man sich verhältnismäßig schwer, komplett passende Kappensets von Drittanbietern, etwa aus PBT z.B., zu finden.

Fazit: Razer BlackWidow X Chroma

Status-LEDs über dem Nummernblock
Status-LEDs über dem Nummernblock

Die UVP von 189,99 € ist schon ziemlich heftig. Man bekommt dafür eine sinnvolle und konsequente Weiterentwicklung der BlackWidow (bessere Schriftart, Metalloberseite, Kabelmanagement), die mir 2014 eigentlich recht gut gefallen hat.
Heute aber bietet der Markt einiges mehr an Konkurrenz, so dass man beim Kauf der BlackWidow X wohl schon Wert auf den Markennamen legt.
Wünschen würde ich mir auf jeden Fall eine RGB-beleuchtete „Stealth“-Version in ISO-DE (!) mit orangen Razer-Schaltern.

Vielen Dank an die Razer (Europe) GmbH für das kostenlose Bereitstellen der BlackWidow X Chroma für diesen Test!

 

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4 Gedanken zu “Test: Razer BlackWidow X Chroma (RGB-Gamingtastatur)

  1. Das kann man sehen wie man will. Wenn man zb wie ich, jetzt nur als persönliches Beispiel, Wert auf RGB legt und gleichzeitig eine gute und umfangreiche, aber trotzdem simple Software steht die das alles bewerkstelligen kann, dann kommt für mich weder CORSAIR noch andere in Frage. Razer Synapse bietet die Möglichkeit, Dinge viel mehr einstellen zu lassen als bei all den 0815 Softwares out there, and Corsair’s CUE is just overkill. Not to mention that Corsair doesn’t really offer Blue switches anymore in their RGB variants of Keyboards. And so in that regard, what alternative is there, not to mention that I simply like the Razer Keyboards or lets say some of them (not all). I admit, they sell for a steap price, but then the Razer Green switches have become far better by now than when they first started using Kailhs and to be honest, I really like typing on them. And as with the Corsair, a lot of other companies also dont offer Blue switch variants anymore, especially in Europe and Germany. Funny enough there is where the Switches of Cherry are produced, but as it seems, Germany doesnt get much of any products with Blue switches. Funny that you find quite a lot more of them in the US and Asia etc., just not here. So for me, the new Razer X is actually quite nice, even with its price. But then, some people go to town every weekend, some smoke like hell day after day, i can imagine worse things to spent my money on than for a Razer keyboard. 😉

    P.S: Warum ich jetzt alles in englisch geschrieben habe, obwohl ich wusste das der Blog Text in deutsch war, ist mir jetzt auch nicht klar. ^^ 😀 Wenns ok ist werd ich jetzt nicht nochmal alles auf deutsch umschreiben *grins* … btw, netter Blog.

  2. Haha, sogar noch besser, ich hab sogar erst mit deutsch angefangen zu schreiben, und dann hatte ich kurz nen Telefonat und danach, aus welchen Gründen auch immer, hab ich dann in englisch weiter gemacht. LOL …. ist noch früh am Morgen 😀

  3. Ich kann überhaupt nicht verstehen wie man Wert auf RGB legen kann. Erstmal ist die Razer Black Widow nen Marketing-Witz, wieso? Weil sie Switches in China fertigen lässt, aber sagt, dass sie die gleiche Qualität wie Cherry Switches haben, obwohl in China anders als hierzulande getestet wird.

    Bin ich der einzige, der nur ne einfarbige LED-Beleuchtung braucht?

    Ansonsten guter Beitrag! Super dass sich jemand noch Mühe macht über ein Thema leidenschaftlich und viel zu schreiben!

    • Ich brauche eigentlich gar keine Beleuchtung – mir wäre hingegen viel wichtiger, dass sich die Tastenkappen einfach tauschen lassen, was wegen der Bottom Row hier nicht ohne weiteres möglich sein wird. Jeder hat da einfach unterschiedliche Ansprüche. 😀

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