Review: Razer BlackWidow Chroma (2014)

Die bekannte Peripheriemarke Razer bietet schon seit 2010 mechanische Tastaturen für Gamer an: die Blackwidow-Serie.
Schon der Name der BlackWidow Chroma deutet auf ihre Besonderheit hin: die RGB-Beleuchtung („chroma“ heißt auf Griechisch „Farbe“). Des Weiteren ist sie mit Razers eigenen Schaltern ausgestattet, je nach Variante mit grünen oder orangen.

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EigenschaftBeschreibung
LayoutISO-DE, 100%
SchalterRazer Green (auch mit Orange erhältlich)
AnschlussUSB
Kabelca. 214 cm (sleeved, nicht abnehmbar)
Key Rollover10KRO
Maße (BxTxH) [cm]47,5 x 17,1 x 3,9
Masse1530 g
BesonderheitenRGB-Beleuchtung (einzeln ansteuerbare Tasten);
USB- und Audio-Verlängerung;
5 Makrotasten;
Medientasten über Fn-Doppelbelegung
Preis (UVP)169,99 €

Daneben bietet die BlackWidow Chroma eine 1000 Hz USB-Polling-Rate, einen konfigurierbaren Gaming-Modus und On-the-fly-Aufzeichnung von Makros.

Der recht spärliche Lieferumfang umfasst neben der Tastatur selbst nur eine Kurzanleitung samt Sicherheits- und Garantiehinweise, Aufkleber und eine Einladung in die Razer-Community. Eine Handballenauflage fehlt ebenso wie ein Tastenabzieher oder eine Treiber-CD.

Razer offeriert die BlackWidow übrigens in etlichen Varianten, aber nicht alle sind in deutschem Layout (ISO-DE) erhältlich:

NameEigenschaften
BlackWidowgrüne Schalter
BlackWidow Stealthorange Schalter
BlackWidow Ultimategrüne Beleuchtung, grüne Schalter
BlackWidow Ultimate Stealthgrüne Beleuchtung, orange Schalter
BlackWidow Tournament EditionTKL, grüne Schalter
BlackWidow Tournament Stealth EditionTKL, orange Schalter
BlackWidow Ultimate ChromaRGB-Beleuchtung, grüne Schalter
BlackWidow Ultimate Chroma StealthRGB-Beleuchtung, orange Schalter

Dabei wird bei der Chroma-Variante jeweils auch oft das „Ultimate“ weggelassen, da die Bezeichnungen redundant wären.
Zum Test der orangen Razer-Schalter lag zusätzlich zur Chroma auch die BlackWidow Stealth (ohne Beleuchtung) vor. Die grünen Schalter haben 50 cN Auslösegewicht und „klicken“, die orangen werden von Razer auch als „silent“ bezeichnet (da sie nur taktiles Feedback geben) und verfügen über 45 cN Auslösekraft.

 

Design und Äußeres

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Rechte Seite mit USB-Port

Für eine Tastatur mit der Zielgruppe „Gamer“ ist die BlackWidow recht zurückhaltend und allgemein geometrisch-kantig designt. Einzig das beleuchtete Razer-Logo an der Front ist etwas auffälliger.
Das obere Gehäuse ist komplett mit einer angenehmen Softtouch-Oberfläche überzogen, an der man aber leider schnell Fingerabdrücke und ähnliche Spuren erkennen kann.

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linke Seite mit aufgestellten Füßchen

Das Layout ist offensichtlich das in Deutschland gebräuchliche ISO-DE mit allen 105 Tasten (100%), hinzu kommen links fünf frei programmierbare Makrotasten. F1 sitzt über W, F4 und F5 bzw. F8 und F9 liegen daher recht dicht beieinander. Medientasten sind nicht dediziert vorhanden, aber stummschalten, leiser, lauter, zurück, play/pause und vorspulen lassen sich mit der Fn-Taste und F1 bis F3 und F5 bis F7 erreichen.
Mit Fn + Pause lässt sich der PC schnell in den Ruhezustand versetzen. Fn + F10 bringt die BlackWidow in den in der Software konfigurierbaren Gaming-Modus, der wahlweise (d.h. auch Kombinationen) die Windowstaste, Alt+Tab und/oder Alt+F5 deaktiviert.

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Anzeige über dem Nummernblock

Ungewöhnlich ist die Art, wie ein aktivierter Num-, Caps und/oder Scroll-Lock angezeigt wird: rechts über dem Nummernblock sind unter der oberen Gehäuseschicht bei aktivierter Funktion nicht allzu helle weiße LEDs zu sehen. Die 1 steht für aktivierten Numlock, das S für die Rollen-Taste (Scroll-Lock), C für Caps-Lock, das G mit Fadenkreuz für den Gaming-Modus und das M für laufende Makroaufzeichnung.
Die fünf Makrotasten (M1 bis M5) sind für meinen Geschmack etwas zu nahe an den restlichen Tasten rechts davon platziert sind, so dass gerade in der Eingewöhnungsphase mit der linken Hand vermehrt Tippfehler entstehen. Diese Makrotasten bedingen zum Teil auch, dass die BlackWidow etwas breiter als gewöhnliche 100%-Tastaturen ist.

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Unterseite der BlackWidow Chroma
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Hinterseite der BlackWidow

Auf der Unterseite findet sich ein buntes Typenschild, aber keine offen zugänglichen Schrauben. Diese sind hinter kleinen Abdeckungen verborgen.
Mittels zweier nur ansatzweise gummierter Standfüße kann der Anstellwinkel von 5° auf 11° (gemessen an der Gehäuseoberkante) erhöht werden. Die Rutschfestigkeit mit ausgeklappten Füßchen ist bestenfalls mittelmäßig, mit eingeklappten sehr gut, da nur so alle fünf mittelgroßen Gummipads aufliegen.

Kabel und Stecker
Kabel und Stecker

Die Rückseite ist recht unspektakulär: von der Abdeckung der Oberseite zieht sich die Softtouch-Oberfläche bis zur Unterkante, an der Oberkante gibt es eine schöne Rundung. Das nicht abnehmbare Kabel ist mittig an der Rückseite angebracht.
Das mit über 2,1 m mehr als aureichend lange Kabel ist dabei komplett gesleeved und genügend flexibel, sämtliche Kontakte sind vergoldet. Zum Betrieb als Tastatur muss nur der USB-Anschluss mit der „Razer“-Beschriftung am PC eingesteckt sein. Der weitere Stecker mit der Aufschrift „Port“ dient nur dem Durchschleifen zum USB-Port auf der rechten Seite.

Auf der linken Seite gibt es nichts besonderes, auf der rechten ist ein USB-2.0-Port sowie je ein 3,5mm-Anschluss für Mikrophon und Kopfhörer zu finden.

 

Software, Makros und Beleuchtung

Die RGB-LEDs lassen sich einzeln ansteuern.
Die RGB-LEDs lassen sich einzeln ansteuern.

Die zur Tastatur gehörige Software ist Razer Synapse 2.0. Diese ermöglicht es, Einstellungen zu Razer-Geräten in der Cloud zu sichern und überall, wo Internetverbindung vorhanden ist, abzurufen und (auch Razer-Geräte-übergreifend) zu synchronisieren. Leider ist zu jeglicher Verwendung der Software ein verpflichtender Account mit verifizierter E-Mail und Passwort anzulegen. Nach der Aktivierung sind alle Funktionen auch im optionalen Offline-Modus verfügbar.
Nach der Installation benötigt Synapse etwa 17 MB Festplattenspeicher; das Programm ist zu Windows 8(.1), 7, Vista und XP  sowie OS X ab Version 10.7 kompatibel.

Einstellung "weiß"
Einstellung „weiß“
Synapse 2.0
Synapse 2.0

Immerhin ist Synapse unkompliziert und einfach zu bedienen und bietet mit der BlackWidow Chroma einen großen Funktionsumfang: praktisch alle Tasten sind programmierbar, Makros lassen sich recht einfach aufzeichnen und die Farbe der RGB-LEDs kann pro Taste (und auch für das Razer-Logo) instantan einzeln verändert werden. Die Helligkeit der LEDs wird in der Software über einen Schieberegler eingestellt.
Dies ermöglicht eine sehr große Vielfalt an Beleuchtungsmöglichkeiten. Zahlreiche Presets können vom Nutzer angepasst werden, der spektakuläre Modus „Welle“, bei dem Regenbogenfarben kontinuierlich über die Tastatur verschoben werden, eher der Demonstration als einem praktischen Nutzen dient.
Ebenfalls unterhaltsam ist der reaktive Modus, bei dem gedrückte Tasten für eine grob justierbare Zeit aufleuchten und dann abdimmen.
Daneben existieren noch Profile wie der „atmen“-Modus oder ein zyklisches Durchfahren aller Farben auf der kompletten Tastatur. Für viele Spiele bzw. Spielarten sind außerdem (anpassbar) verschiedenfarbig beleuchtete Regionen als Templates vorhanden.
Will man als Spiele- oder Softwareentwickler auf die Beleuchtungsfunktionen eines Razer-Chroma-Produktes zugreifen, soll man dies in Zukunft über das entsprechende SDK können.

personalisierte Farbauswahl
personalisierte Farbauswahl

Die Farben gehen sauber ineinander über, das Verstellen einer LED hat keinen Effekt auf die benachbarten RGB-LEDs. Weiß weist leider einen leichten Blaustich auf. Die Bandbreite der Helligkeit ist groß: sie reicht von aus, über „praktisch unsichtbar“ bis „sehr hell“. Einzelne LEDs können natürlich auch komplett deaktiviert werden.
Auch ohne auf die Software zuzugreifen, kann die Helligkeit über Fn+ F11 bzw. F12 in 20 diskreten Stufen verstellt werden. Die Makroaufzeichnung ist ebenfalls „on the fly“ möglich: man aktiviert die Aufzeichnung mit Fn+F9, gibt das gewünschte Makro ein, bestätigt mit Fn+F9 (oder bricht mit Esc ab) und drückt dann die Taste, auf der das Makro gespeichert werden soll.
Über Fn und die Nummerntasten lassen sich auch direkt über die Tastatur die gespeicherten Beleuchtungsprofile auswählen.

Die „Welle“ ist ein bisschen schnell für die Kamera.

 

Switches

Razer Greens und weiße Metallplatte
Razer Greens und weiße Metallplatte

Die weiß lackierte Metallplatte dient nicht nur der Stabilität, die Farben der Beleuchtung kommen so auch sehr gut zur Geltung; manchmal scheinen die Tasten richtiggehend zu schweben.
Bei hohem Druck auf eine oder mehrere Tasten in der Mitte ist ein leichtes „Flexen“, also Durchbiegen festzustellen.

Die Schalterwahl ist, wie man immer wieder betonen muss, reine Geschmackssache. Subjektiv sind die Razer Green (ähnlich zu Cherry MX Blue, siehe gesonderten Artikel über Kailh-Schalter) auf der vorliegenden Tastatur sehr gleichmäßig und dank des Schmiermittels (lube) auch angenehm zu drücken.
Ähnliches gilt für die Razer Orange auf der Stealth, wobei diese natürlich eine merklich andere Charakteristik (ähnlich der Cherry MX Brown) ohne Klicken aufweisen.

Die Greens geben gut fühlbares taktiles Feedback und klicken beim Auslösen. Der „Klickpunkt“ liegt nahe am taktilen Punkt, welcher sich auch nahe am echten Auslösepunkt befindet. Mit etwas Übung ist es allerdings möglich, den Schalter einmal zu drücken, wieder etwas loszulassen und dann wiederholt ohne Klicken auszulösen. Dies ist aber eigentlich nicht nötig, da man auch so auch schnelle Quick Time Events bewältigen kann.
Die orangen Schalter klicken nicht und sind dementsprechend etwas leiser. Sie sind mit 5 cN weniger Auslösekraft als die grünen Schalter angegeben; der Auslösepunkt ist minimal ausgeprägter als bei Cherry MX Browns. Die Stealth-Varianten der BlackWidow, in denen die orangen Schalter verbaut sind, sind bislang nur online bei Razer direkt erhältlich. O-Ringe sind bei beiden Versionen nicht angebracht.

Costar-Stabs (Bild von der Stealth)
Costar-Stab und orange Razer-Schalter (Bild von der Stealth)

Die Spieletauglichkeit ist definitiv vorhanden, wie ich mit beiden Varianten z.B. bei Woolfe – The Red Hood Diaries und Outlast ausprobierte.
Das Microsoft-Tool bestätigt Razers Angaben zum Key-Rollover über USB, wobei in vielen Kombinationen (auch ohne Modifier) die 10 erkannten Eingaben durchaus übertroffen werden.

Tastenkappen

Innenseite der Kappe für die Chroma
Innenseite der Kappe für die Chroma
Tastenkappe der BlackWidow Chroma
Tastenkappe der BlackWidow Chroma

Die Tastenkappen haben zylindrisches Profil und sind aus ABS gefertigt, die Beschriftung ist typisch für beleuchtete Tastaturen Laser etched, aber einige Zeichen auf der unteren (ohnehin durch die LED-Position schlechter ausgeleuchteten) Kappenhälfte sind aufgedruckt. Laser etched bedeutet: das milchig-transparente Material wurde mit Farbe überzogen und dann die Form der Beschriftung mit einem Laser entfernt, so dass Licht der LEDs durchscheinen kann. Im Neuzustand haben sie ein leichtes Soft-touch-finish, können aber bei längerer Benutzung speckig werden.
Bei unbeleuchteten BlackWidows wie der ebenfalls zum Test vorhandenen Stealth sind die Keycaps ebenso aus ABS, aber mit einem Infill-Verfahren beschriftet, d.h. die Form wurde zunächst in das zu Beginn raue Material eingelasert und dann mit weißem Werkstoff aufgefüllt.

Innenseite der Stealth-Keycap
Innenseite der Stealth-Keycap
Kappe der Stealth
Kappe der Stealth

Die Schriftart (font) ist selbstverständlich Geschmackssache, wobei ich manche Zeichen (z.B. B, J, R, Y, &) für etwas unnötig schwer abzulesen halte.

Unter den größeren Tasten sind geschmierte Costar-Stabilisatoren verbaut. Die unterste Tastenreihe ist mit 1,5U-Modifiern, 6U-Leertaste und 1U-Widows-, -Kontextmenü- und –Fn-Taste iOne-typisch. Der Sitz der Kappen ist marktüblich, wenn nicht gar etwas stramm. Das für MX-artige Schalter übliche „Wobbeln“, d.h. das Spiel nach links und rechts, ist auch hier vorhanden.

Fazit

Die Razer Blackwidow Chroma verfügt über eine ausgefeilte, ansehnliche RGB-Beleuchtung mit gut durchdachter Steuerung, positiv ist die weiße Metallplatte hervorzuheben. Die Haptik ist durchaus als gut zu bewerten; kleinere Mängel sind aber doch vorhanden, v.a. in Gestalt der Beschriftung. Das Ziel einer Gaming-tauglichen Tastatur wird ohne Mühe erreicht.
Der Preis von 169,99 € (UVP) ist jedoch ziemlich happig.

Vielen Dank an Razer Europe für das kostenlose Bereitstellen der BlackWidow Chroma und der BlackWidow Stealth  für diesen Test!

13 Gedanken zu “Review: Razer BlackWidow Chroma (2014)

  1. Die Blackwidow Chroma Stealth ist mit Deutschem Layout zu haben?
    Laut der Razer – Website nicht, denn die hätte ich gerne gehabt …
    Sicher, das ihr die Blackwidow Chroma STEALTH mit DE – Layout habt / hattet?

    Danke & MFG
    Gottfried

    • Vollkommen richtig, die Chroma Stealth ist nur in US-ANSI erhältlich.
      Im Test war die Chroma mit Razer Greens und die Stealth ohne Beleuchtung.

      • Alles klar, Danke, dann muss ich mich überlesen haben.
        Ist etwas bekannt bzw. kann es sein, das die Blackwidow Chroma Stealth noch mit DE – Layout kommt?

      • Ist bei mir ebenso, weis noch nicht ob ich warten mag, beim antippen im Shop war die normale Chroma zwar recht laut, aber sehr angenehm!

        • Ebenfalls. Ich denke ich Kauf mir diese Woche noch die normale chroma, da meine alte Tastatur kaputt ist. Ich berichte wenn ich die hab.

          • Inzwischen hat auch schon ein Media Markt – Verkäufer gesagt, das die Chroma Stealth als DE zu ihnen kommt, konnte aber noch kein Datum nennen.
            Wenn aber sogar die das schon wissen, kanns nicht mehr lange dauern. 😉

          • Das wäre wirklich was neues, denn bisher werden ja die Stealth-Varianten ausschließlich über den Razer-online-Store vertrieben.

  2. Jep, ich warte jetzt …
    Er hat ausdrücklich gesagt, das die Razer Blackwidow Ultimate Stealth Chroma in DE – Layout zu ihnen kommt, konnte aber noch kein Datum nennen.
    Quelle: Verkäufer Media Markt SCS Vösendorf (Österreich)
    Und was bei uns in Ö kommt, kommt bei euch in DE fix auch. 🙂

  3. Habe nun die Chroma mit den Green Switches und ich muss sagen das mir das “clicky“ geräusch besser gefällt. zudem sind die leds leicht zu programmieren. einfach eine tolle tastaur!

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