Review: Ducky Shine 4

Die Shine 4 ist der neueste Zuwachs zur Produktreihe der Marke Ducky der 1998 gegründeten taiwanesischen Firma DuckyChannel International Co.
Es handelt sich also um den Nachfolger der beliebten Shine 3, einer beleuchteten mechanischen Tastatur, die viele Effekte bietet und den Ruf hoher Qualität hat. Die „4er“ setzt dabei etwas entgegen dem RGB-Trend auf zweifarbige LEDs.
Dieser Test beantwortet die alles entscheidende Frage: wird der Nachfolger dem Ruf des Vorgängers gerecht?

Verpackung der Ducky Shine 4
Verpackung der Ducky Shine 4
EigenschaftBeschreibung
LayoutISO-DE, 100%
SchalterMX Brown (auch mit anderen Cherry-Schaltern erhältlich)
AnschlussUSB
Kabel1,5 m (abnehmbar, miniUSB, vergoldet)
Key-RolloverNKRO, 6KRO über USB (per DIP-Schalter wählbar)
Maße (BxTxH) [cm]46,0 x 15,4 x 3,4
Masse1,2 kg
Besonderheitenverstellbare Pollingrate (bis 1 kHz)
4 DIP-Schalter
zweifarbige LED-Beleuchtung mit diversen Modi


Preis179,90 € (UVP); 149,90€ (aktueller Standardpreis)

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Die Ducky Shine 4 (Produktseite bei Ducky, Produktnummer DKSH1408SD) ist auch in Deutschland in nicht wenigen Varianten zu haben, wie folgende Tabelle zeigt (vorsichtshalber kein Anspruch auf Vollständigkeit):

BezeichnungEigenschaften (alle ISO-DE)
DKSH1408SD-ADEALAABR1MX Black, blaue + rote LEDs
DKSH1408SD-CDEALAABR1MX Blue, blaue + rote LEDs
DKSH1408SD-BDEALAABR1MX Brown, blaue + rote LEDs
DKSH1408SD-GDEALAABR1MX Green, blaue + rote LEDs
DKSH1408SD-RDEALAABR1MX Red, blaue + rote LEDs
Unterseite der Shine 4
Unterseite der Shine 4
mitgelieferte farbige Ersatzkappen für WASD
mitgelieferte farbige Ersatzkappen für WASD

Eine TKL (Variante ohne Nummernblock) ist laut Auskunft von Ducky bislang nicht geplant. Weitere LED-Farbkombinationen können jedoch erwartet werden.

Zu unserem Test liegt die Shine 4 mit dem in Deutschland gebräuchlichen ISO-DE-Layout (100%) mit 109 Tasten vor, 109 und nicht 105 da es rechts oben vier zusätzliche Tasten gibt. Als Untervariante haben wir die mit Cherry-MX-Brown-Schaltern und rot-blauen LEDs erhalten.

Der Lieferumfang: neben der Tastatur selbst finden sich Ersatzkappen für WASD, ein Mini-USB-auf-USB-Kabel mit Klett-Kabelbinder, ein Drahtbügel-Tastenkappenabzieher, eine Schnellanleitung sowie eine Garantiekarte für die einjährige Herstellergarantie (natürlich unabhängig von der gesetzlichen Gewährleistung). Eine Plastikabdeckung dient zur Absicherung der Tastatur während des Transports, kann aber auch als Staubschutz verwendet werden.

Tastenkappenabzieher mit zwei Drahtbügeln
Tastenkappenabzieher mit zwei Drahtbügeln

Eine Handballenauflage ist wie bei Ducky üblich nicht dabei, kann aber extra erworben werden.

Design und Äußeres

Das gesamte Gehäuse ist aus Kunststoff, auf der Oberseite und seitlich mit gebürsteter Optik. Auf der Unterseite befindet sich ein großes Ducky-Logo, das metallene Typenschild, die Mini-USB-Buchse, vier DIP-Schalter, fünf breite Antirutsch-Pads und vier Kreuzschrauben, wobei sich eine fünfte hinter dem Qualitätssicherungs-Aufkleber verbirgt.

Hier fallen auch die beiden einfach abnehmbaren, recht großen Hartgummi-Aufstellfüße auf, die anstatt klappbarer Äquivalente angebracht sind. Sie erhöhen den Anstellwinkel von 4° auf 7° (gemessen an der Gehäuseoberkante).

Rückseite der Shine 4
Rückseite der Shine 4 (ohne Aufstellfüße)
Rückseite (mit Aufstellfüßen)
Rückseite (mit Aufstellfüßen)
Vorderseite (mit Aufstellfüßen)
Vorderseite (mit Aufstellfüßen)
Hartgummifuß
Hartgummifuß

Die Gummipads bieten ziemlich gute Rutschfestigkeit, welche bei Verwendung der großen Aufstellfüße leider leicht verringert wird, da so natürlich die hinteren Pads nicht mehr aufliegen, aber die Füße aus härterem Material weniger Haftreibung bieten.

Auf der beleuchteten Leertaste ist der Produktname Shine 4 zu lesen. Das fällt aber neben dem prominenten Pferd, welches sich dort befindet, kaum auf, da die Tastatur im chinesischen Jahr des Pferdes (Januar 2014 bis Februar 2014) erscheint. Die Vorgängerversion hatte noch eine Leertaste mit einer Schlange (für Februar 2013 bis Januar 2014), für die es allerdings in den früheren Chargen auch noch eine dezentere Ersatztaste im Lieferumfang gab. Eine solche Ersatzleertaste ist bei der Ducky Shine 4 leider nicht mehr inklusive.

Befestigungspunkt für den Fuß
Befestigungspunkt für den Fuß

Auf der Vorderseite, am Rücken und den Seiten gibt es nichts Spektakuläres zu berichten, auch da keine USB- oder 3,5-mm-Klinken-Anschlüsse vorhanden sind.

Die sprichwörtliche Anfassqualität ist gut, die Verwindungssteifigkeit begeistert. Die Tastatur gibt auch bei gebrauchsunüblich starken Kräften auf den Tasten praktisch nicht nach. Allerdings ist bei leichtem und mittelstarkem Tippen auf die Abdeckung in der Gegend um die Pfeiltasten ein leichtes hallendes Klappern zu hören.

rechte Seite, mit Aufstellfüßen
rechte Seite, mit Aufstellfüßen
linke Seite, ohne Aufstellfüße
linke Seite, ohne Aufstellfüße

Das abnehmbare und an den Steckern vergoldete Mini-USB-auf-USB-Kabel ist gemessene 1,5 m lang; daran befindet sich ein extrem nützlicher Klett-Kabelbinder mit Ducky-Beschriftung.

miniUSB-Anschluss bzw. -Kabel
Mini-USB-Anschluss bzw. -Kabel

Der Mini-USB-Anschluss an der Tastatur selbst ist meiner Meinung nach nicht ganz optimal positioniert. Die Zugentlastung funktioniert, jedoch ist das An- und Abstecken mit unnötigem Kraftaufwand verbunden und kleine Biegeradien sind nicht besonders gut für Kabel.

Besonderheiten und Beleuchtung

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Beleuchtungsmodus mit von oben nach unten wandernden Farben
DIP-Schalter
DIP-Schalter

Mittels der DIP-Schalter auf der Unterseite lassen sich verschiedene Einstellungen tätigen: Vertauschung von Strg und Capslock links (DIP 1), Vertauschung der Windowstaste mit Alt (DIP 2), Deaktivierung der Windows-Tasten (DIP 3) und Umschaltung zwischen NKRO und 6KRO (DIP 4).

Der 6KRO-Modus ist für Kompatibilität zu KVM-Switches und anderen Systemen, die mit virtuellen Tastaturen Probleme haben – denn nur über solche können die Limitierungen der USB-Schnittstelle umgangen werden.

Von der Seite sind PCB und Metallplatte gut zu erkennen.
Von der Seite sind PCB und Metallplatte gut zu erkennen.

Die Anleitung ist aufgrund der vielfältigen Einstellmöglichkeiten bei der Beleuchtung auch nötig. So gibt es verschiedene reaktive Modi, einen „Atmen“-Modus, horizontale Wellen, vertikal wandernde Farben usw. – alles gesteuert von einem ARM-Cortex-M3-Microprozessor und mit variabler Geschwindigkeit (über Fn + linke/rechte Pfeiltaste). Beleuchtungszonen können manuell festgelegt werden; die Farbmischung erfolgt über getrennte Regelung der Helligkeit der blauen und der roten LED (eigentlich je Taste ja zwei LEDs in einem Gehäuse).

Untere Abdeckung und PCB  von hinten
Untere Abdeckung und PCB von hinten

Mithilfe der Tastenkombinationen Fn + F1 bis F4 kann der USB-Repeat-Delay, d.h. die Verzögerung zwischen erstem Drücken und erster wiederholter Meldung, in den Stufen 1x, 2x, 4x und 8x eingestellt werden, voreingestellt ist 1x. Mit Fn + Alt + F1 bis F4 wird die Repeat-Rate, also wie häufig pro Zeit die „gedrückt“-Meldung wiederholt wird, ebenso in den Stufen 1x, 2x, 4x, 8x verstellt.

Vier Zusatztasten über dem Nummernblock
Vier Zusatztasten über dem Nummernblock

Für manche sicher ein Vorteil: die Beleuchtung lässt sich wirklich komplett über recht simple Tastenkombinationen steuern, eine möglicherweise Bug-anfällige Software für den PC ist nicht vorhanden und auch nicht notwendig.

Ansonsten sind bei dem in Taiwan hergestellten Modell dedizierte Medientasten sowie ein USB- oder Audio-Hub nicht vorhanden, was eine recht kleine Grundfläche für eine 100%-Tastatur erlaubt. Immerhin gibt es gut einhändig erreichbare Fn-Doppelbelegungen für die Lautstärkeregelung: stummschalten, leiser und lauter liegen über den Pfeiltasten auf Entfernen, Ende und Bildlauf nach unten.
Als kleine Besonderheit gibt es bei den Tastaturen der Shine-Serie rechts oben über dem Nummernblock vier Zusatztasten zum schnellen Aufruf des Windows-Taschenrechners, der Computer-Seite im Explorer, des E-Mailprogramms und einer Browser-Startseite.
Statt spezieller LEDs für die Anzeige von Num-, Caps– und Scroll-Lock leuchtet übrigens die entsprechende Taste lila (fest programmierte Mischung aus rot und blau) auf.

LED im Detail
LED im Detail

Die LEDs sind dabei „traditionell“ verbaut, weil der Exklusivvertrag von Corsair mit Cherry über die MX-RGB-Schalter mit transparentem Gehäuse noch nicht ausgelaufen ist.
Da Ducky offenbar keine Klone oder andere Schalter einsetzen will, bleibt ihnen für eine innovative Verbesserung der Beleuchtung auch kaum etwas anderes übrig. Volle RGB-LEDs können vermutlich nicht verbaut werden, da die MX-Schalter für deren Größe nicht genug Platz bieten, daher werden Dual-LEDs verwendet. Es stehen auch andere Farbkombinationen als Rot-Blau in Aussicht, so dass das Problem weiter abgemildert wird.
An dieser Stelle stellt sich dann auch schon die Frage nach einem möglichen Nachfolger: Wenn der Exklusivvertrag 2015 ausläuft, wird Ducky bestimmt ziemlich zügig ebenso RGB-Modelle mit Cherry-Schaltern präsentieren.

Switches

ARM Cortex M3 und Umgebung
ARM Cortex M3 und Umgebung

Im vorliegenden Modell sind braune Cherry-MX-Schalter verbaut; an dieser Stelle verweise ich auf den entsprechenden Übersichtsartikel hier bei Mecha-Blog.de.

Die Schalter und LEDs sind mit einem Dual-Layer-PCB verbunden, was neben der gar nicht nachgebenden, schwarz lackierten, Metallplatte zur Schalterbefestigung ein nicht unwichtiger Faktor für die hohe Stabilität der Ducky ist. Der Bottom-Out (das komplette Durchdrücken der Tasten, verbunden mit dem Aufschlag der Tastenkappe auf die Metallplatte) ist subjektiv ziemlich „satt“.

Unter der Leertaste, welche übrigens mit gleich drei LEDs versehen ist, finden sich wie unter den anderen größeren Tasten Cherry-Stabilisatoren.

LEDs und Cherry-Stabilisator unter der Leertaste
LEDs und Cherry-Stabilisator unter der Leertaste

Auch auf Spieletauglichkeit wurde die Shine 4 mit Lara Croft and the Temple of Osiris und der Alpha von Woolfe getestet. Hier ist wie beim ’normalen‘ Schreiben in erster Linie die ganz persönliche Präferenz bei den Schaltern wichtig. Ich persönlich komme mit den MX-Browns wunderbar zurecht, für andere ist das Feedback am Auslösepunkt zu gering und/oder zu kratzig, woraus die Bezeichnung „dreckige Reds“ entstand. Aber für solche Fälle hat Ducky ja auch noch andere Versionen im Angebot, wie obige Tabelle schon zeigte.

Das bekannte und beliebte Microsoft-Tool zeigt bei der Prüfung der Key-Rollover-Eigenschaften, dass die Shine 4 die Herstellerversprechungen einhält und über USB NKRO bietet. Ändert man den Modus mittels DIP-Schalter, hat man natürlich nur noch 6KRO.

Tastenkappen

Tastenkappen mit zylindrischem Profil
Tastenkappen mit zylindrischem Profil…

Die verbauten Tastenkappen haben ein zylindrisches Standard-Profil und sind aus mit Farbe überzogenem transparentem ABS gefertigt, wobei die Beschriftung aus der Farbe herausgelasert wurde („coated & lasered“).
Bei der Schriftart (font) ist selbstverständlich zuallererst der persönliche Geschmack relevant. Die Schriftart ist relativ dünn, schlicht und gut zu lesen. Bei dunkler Umgebung und ohne angeschaltete Beleuchtung tut man sich aber naturgemäß für diese Art der Kappen recht schwer.

Die Kappen sitzen so fest, wie man es von ABS-Kappen auf Cherry-Schaltern erwarten würde, d.h. mit etwas „Wobbeln“, gleichmäßig in alle vier Richtungen. Aber auch das habe ich schon schlechter gesehen.

...aus milchig-transluzentem ABS.
…aus milchig-transluzentem ABS.

In der untersten Tastenreihe befinden sich nur 1,25U-Modifier, d.h. Strg, Alt, Windows und die Kontextmenütaste sind wie beim OEM Costar üblich (nicht wie bei iOne) gleich groß; die Leertaste ist daher 6,25U lang. Dies erleichtert das Finden von Keycap-Sets, wo es doch mittlerweile auch für Beleuchtung geeignete PBT-Kappen gibt.

Da das Modell im chinesischen Jahr des Pferdes erscheint, ist auf der ebenfalls beleuchteten Leertaste ein auffälliges Pferd abgebildet. Eine schlichtere Ersatzleertaste liefert Ducky bei der Shine 4  (und auch bei neueren Chargen der Shine 3) wie erwähnt nicht mehr mit.

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Fazit

Die Ducky Shine 4 kostet 179,90 € (UVP), dafür bekommt man bei anderen Herstellern RGB-Beleuchtung samt Handballenauflage – für Schnäppchenjäger ist die Shine 4 beim Normalpreis jedenfalls nichts. Will man aber featurereiche Beleuchtung, gute Verarbeitung und kann auf das G in RGB verzichten, ist man hier goldrichtig.
Also, würdiger Nachfolger oder nicht? Ja, ich empfinde die Shine 4 als würdigen Nachfolger der Shine 3, der deren Tugenden konsequent fortsetzt.

Vielen Dank an Caseking (Affiliate Link) für das kostenlose Bereitstellen der Ducky Shine 4 für diesen Test!

 

Update 13.02.2015:

Mittlerweile ist die Ducky Shine 4 (z.B. auch bei Caseking (Affiliate Link) regulär für 149,90€ erhältlich. Damit wird sie im Vergleich zu anderen Angeboten mit einfarbiger oder RGB-Beleuchtung attraktiver.

2 Gedanken zu “Review: Ducky Shine 4”

    • Danke.
      Yo, ich find’s auch schick. Zusätzlich zu dem großen Logo auf der Unterseite sind ja noch Ducky-Logos auf den Windows-Tasten.

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