Review: Das Keyboard 4

Tja, wer hat den ganzen „Hype“ um mechanische Tastaturen angefangen?
Für viele steht fest: „Das Keyboard“ der texanischen Firma Metadot. Das Das Keyboard 4 ist die aktuelle und neueste Iteration, welche uns hier zum Test in der Variante Professional vorliegt. Rechtfertigt es die Bezeichnung als die ultimative Tastatur schlechthin?

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Eigenschaft Beschreibung
LayoutISO-DE (auch in US-ANSI und mit unbeschrifteten Tasten erhältlich)
SchalterMX Brown (auch mit MX Blue erhältlich)
AnschlussUSB 3.0 (abwärtskompatibel)
Kabel2,01 m; 1 Stecker
Key Rollover6KRO, NKRO-Modus
Maße (BxTxH) [cm]45,72 x 17,27 x 2,03
Masse1,3 kg
BesonderheitenDrehregler für Lautstärke;
Lineal;
USB-3.0-Hub
Preis (UVP)169,99 €

Im spartanischen Lieferumfang befindet sich neben der sinnvoll verpackten Tastatur: nichts. Naja, doch, das rote Lineal, das magnetisch an der Tastatur befestigt werden kann, um den Anstellwinkel zu erhöhen. Aber sonst nur etwas Luft.
Handballenauflage? Fehlanzeige.

Erhältlich ist Das Keyboard 4 mit Cherry MX Blue oder MX Brown, in ISO und ANSI sowie mit beschrifteten („Professional“) und unbeschrifteten (blank; „Ultimate“) Tastenkappen.
Die Variante mit MX Browns und normal beschrifteten ISO-DE-Tastenkappen liegt hier beim Test vor.

Design und Äußeres

Das flache Oberteil des Gehäuses ist aus 2 mm starkem Metall, was der ganzen Tastatur eine beeindruckende Torsionssteifigkeit und eine hochwertige Haptik verleiht.

c137_DAS_frontDas Layout ist offensichtlich das in Deutschland gebräuchliche ISO-DE mit allen 105 Tasten (100%).

c137_DAS_side-downGanz auffällig (im Gegensatz zum sonst zurückhaltenden Design) findet sich rechts oben unter dem Logo ein großes Lautstärkerad mit hervorragender haptischer Anmutung: angeschliffenes, passend zum Logo c137_DAS_side-uprot akzentuiertes Metall, leicht gummierte Seite, feine Rasterung. Gerade weil bei mechanischen Tastaturen gegenwärtig noch ziemlich ein Mangel an dedizierten Medientasten auszumachen ist, eine feine Sache.
Zusätzlich gibt es noch ebenfalls in Metall ausgeführte Schalter für den Ruhezustand, zurück, play/pause, vor und zum Stummschalten.

Die blauen LEDs zum Anzeigen von aktiviertem Caps-, Scroll- und Numlock sind versenkt und so aus normalem Blickwinkel angenehm zurückhaltend; bei direktem Blick in das Loch dann allerdings doch sehr hell.

c137_DAS_bottom1Auf der Unterseite, die nicht aus Metall besteht, finden sich 13 Torx-Schrauben. Hier kann auch statt normaler Füßchen zum Erhöhen des Anstellwinkels (von 0° auf 5°, gemessen an der metallenen Oberkante) ein Lineal magnetisch befestigt werden. Der Sitz dessen ist mehr als ausreichend fest.c137_DAS_bottom3

Die Rutschfestigkeit ist dank der großen Gummipads ausgezeichnet, leidet aber bei angebrachtem Lineal doch etwas an dessen mangelnder Gummierung – sie bleibt aber dennoch sehr gut.c137_DAS_back1

Die Rückseite bietet zwei USB-3.0-Ports, deren Platzierung nicht ganz optimal ist, wie ich finde (schlecht einsehbar, möglicherweise Monitor im Weg).
Das 2,01 m lange Kabel ist nicht abnehmbar und verfügt über einen einzelnen USB-3.0-Stecker, der für Stromversorgung, Datenübertragung und den USB-Hub zuständig ist. Es ist angenehm flexibel, ohne billig zu wirken.c137_DAS_back2

Zusatzausstattung und Besonderheiten

Kabel mit USB-3.0-Anschluss, USB-3.0-Hub und Lautstärkedrehknopf
Kabel mit USB-3.0-Anschluss, USB-3.0-Hub und Lautstärkedrehknopf

Eigentlich wurde schon alles angesprochen. Als Besonderheit kann man durchaus die Metalloberfläche und auch die Medientasten zählen. Dazu kommt der nützliche, prominente (lies: der große, auffällige) und gut erreichbare Lautstärkedrehregler. Der Anschluss (samt Hub) mit dem schnellen USB 3.0 ist bei der Konkurrenz praktisch nicht anzutreffen (etliche Konkurrenten bieten hingegen USB 2.0).

Medientasten und Drehrad zur Lautstärkeregelung
Medientasten und Drehrad zur Lautstärkeregelung

Das Keyboard 4 verfügt über keine Beleuchtung, keine extra Software und keine speziellen Treiber.
Aktiviert man den NKRO-Modus – der Kompatibilität wegen befindet sich die Tastatur standardmäßig im 6KRO-Modus – werden die für USB-Umsetzungen üblichen virtuellen Tastaturen in Windows installiert. Das dauert dann einen kleinen Augenblick, ein Neustart o.Ä. ist nicht nötig. Damit ist die Ersteinrichtung einfach und schnell erledigt.

Als Besonderheit gilt es noch einmal das rote mit „Das Keyboard“ beschriftete Lineal hervorzuheben. Es bietet eine Skala von 0 bis 16 Zoll und auf der anderen Seite eine von 0 bis 400 Millimeter. Der praktische Nutzen abseits der besagten Funktion, die Aufstellfüßchen zu ersetzen, ist fraglich. Aber eben diese Funktion wird auf jeden Fall gut erfüllt – und nebenbei ist es ein nettes Gimmick.

Das Lineal.
Das Lineal.

Switches

Cherry-MX-Brown-Schalter auf schwarzer Metallplatte
Cherry-MX-Brown-Schalter auf schwarzer Metallplatte

Die auf einer schwarzen Metallplatte verlöteten Cherry-Schalter sind beim vorliegenden Modell vom Typ MX Brown. Zu den verschiedenen Schaltern der Firma Cherry verweise ich an dieser Stelle auf den Übersichtsartikel hier bei Mecha-Blog.de: Cherry-Schalter
Sie verhalten sich gewohnt präzise; auch bei großem Druck ist eben dank der Metallplatte nur ein leichtes Nachgeben zu spüren.

Die Spieletauglichkeit ist auch vorhanden, wie ich z.B. bei  Alien vs. Predator Classic 2000 ausprobierte. Diese Erkenntnis solle nun wirklich nicht überraschen, da die Cherry-Schalter altbekannt und vielfach erprobt sind.

Das bekannte Microsoft-Tool bestätigt die Herstellerangaben zum Key-Rollover über USB, sowohl im standardmäßigen 6KRO-Modus als auch im optional mittels Shift + Stummschalten-Taste einstellbaren NKRO-Modus.

Tastenkappen

c137_DAS_Keycap-topDie Tastenkappen haben wie so oft zylindrisches Profil und sind aus ABS gefertigt. Allerdings aus ziemlich hochwertigem ABS, so mein Eindruck. Sie sind auch eher glatter.
Der Sitz der Kappen auf den Schaltern ist fest, das für Cherry-Schalter übliche „Wobbeln“ tritt auch hier in minimal geminderter Form auf.

Die Schriftart (font) ist schlicht und sehr gut lesbar (allerdings wie immer Geschmackssache). Trotz der nicht vorhandenen Beleuchtung ist die Beschriftung auch bei dunklem, nur durch einen Monitor erleuchteten Raum mehr als ausreichend gut ablesbar.c137_DAS_Keycap-bottom Das Windows-Symbol wurde durch das Logo von Das Keyboard (Ja, an der Stelle keine Deklination von Eigen-/Markennamen. Eigentlich schrecklich!) ersetzt, was natürlich die Funktionalität in keiner Weise einschränkt. Vielleicht ist dies sogar angenehmer für Linux- und/oder Mac-User. Angebracht ist die Beschriftung übrigens im Laser-Infill-Verfahren.

Unter den größeren Tasten sind Cherry-Stabilisatoren verbaut. Diese finde ich persönlich angenehmer (wobei das auch einfach definitiv individuelle Geschmackssache ist!) und das Wechseln der betreffenden Tastenkappen wird dadurch ggü. Costar-Stabilisatoren erleichtert, man muss schließlich keine Drahtbügel einfädeln.

Cherry-Stabilisatoren unter der Leertaste. Unter der Metallplatte ist das PCB zu erkennen.
Cherry-Stabilisatoren unter der Leertaste. Unter der Metallplatte ist das PCB zu erkennen.

In der untersten Reihe  1,25U-Modifiern, d.h. Strg, Alt, Windows und die Kontextmenütaste und sind gleich groß; die Leertaste ist 6,25U lang. Damit sollte man sich beim Suchen und Finden von alternativen Kappensets sehr leicht tun.

Wie immer habe ich auch das Review selbst auf der betreffenden Tastatur geschrieben. Kurz und gut: sie erfüllt ihren Zweck einwandfrei.

Fazit

Bei einem Preis von 169,99 € (UVP) könnte man mehr Features erwarten – hier haben wir keine eierlegende Wollmilchsau. Aber Das Keyboard 4 will eine Tastatur für Puristen und anspruchsvolle Nutzer sein. Da geht man dann offenbar auch davon aus, dass sowieso ein eigenes Tastenkappenset benutzt werden soll – in diesem Fall sind die ABS-Kappen bei dem Anspruch zu verschmerzen. Ähnliches gilt für die Handballenauflage.
Ansonsten ist Das Keyboard 4 eine hervorragend verarbeitete Mecha mit für mich persönlich ansprechendem Aussehen und sinnvollen Features.

Vielen Dank an GetDigital für das kostenlose Bereitstellen des Das Keyboard 4 Professional für den Testzeitraum!

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