Review: Cooler Master QuickFire XTi

Packung der XTi.
Packung der XTi.

Die QuickFire XTi ist ein neues Produkt aus dem Hause Cooler Master unter dem Label CM Storm. Diese mechanische Tastatur ist eine Weiterentwicklung der bekannten Quick Fire XT: nun mit zweifarbigen (rot und blau) LEDs.

Am 08.09.2015 erscheint die XTi (Herstellerwebsite) in Deutschland, dann natürlich auch im deutschen Layout (QWERTZ, ISO-DE, 109 Tasten). Unser Testmuster liegt im amerikanischen US-ANSI-Layout (QWERTY, 108 Tasten) vor.

QuickFire XTi und Packungsinhalt.
QuickFire XTi und Packungsinhalt.
EigenschaftBeschreibung
Layout100%, US-ANSI
(auch erhältlich in ISO-DE)
SchalterCherry MX Brown
(vorauss. in D auch erhältlich mit MX Red)
Anschlussmicro-USB
Kabel1,8 m; abnehmbar, sleeved
Key RolloverNKRO
Maße (BxTxH) [cm]
(lt. Hersteller)
43,9 x 13,0 x 4,1
Masse1,114 kg
Besonderheitenzweifarbige LED-Beleuchtung (35 Farben);
abschaltbare Windowstasten;
Onboard-Macros
Preis (UVP)149 €
Unterseite der Packung.
Unterseite der Packung.

Im Lieferumfang befindet sich die Tastatur selbst, ein Drahtbügel-Keypuller, eine Kurzanleitung, das micro-USB-auf-USB-A-Kabel und eine 1,25U-„CoolerMaster“-Tastenkappe. Die Kunststofffaser-Tasche, die die QuickFire XTi in der Packung schützt kann dabei auch zum Transport des Keyboards herangezogen werden.
Eine Handballenauflage (HBA) müsste der geneigte Kunde selbst extra erwerben.

Design und Äußeres

Unterseite der XTi.
Unterseite der XTi.

Die QuickFire XTi verfügt über ein schlichtes Design; es gibt kein Logo auf den normalerweise sichtbaren Seiten, nur auf der Unterseite ist im Boden ein Cooler-Master-Logo eingelassen. Um wenigstens ein bisschen sichtbare „Brand Identity“ zu ermöglichen, wird aber ja die CM-Tastenkappe beigelegt, mit der man z.B. die Fn– oder eine Windowstaste ersetzen kann.

Die Softtouch-Oberfläche ist leider recht anfällig für Fingerabdrücke, fasst sich aber angenehm an.
Der Anstellwinkel lässt sich mithilfe der Aufstellfüßchen von ca. 3° auf 9° (gemessen an der Oberkante) erhöhen.

Hinterseite mit aufgestellten...
Hinterseite mit aufgestellten…
...und versenkten Füßchen.
…und versenkten Füßchen.

Medientasten (play/pause, vor, stopp, zurück, leiser, lauter) sind als Fn-Doppelbelegung auf dem Navcluster ausgeführt und so einfach einhändig zu bedienen.

Auf der Unterseite findet man nicht mal ein Typenschild, nur ein Aufkleber mit Seriennummer. Offensichtliche Schrauben: ebenso Fehlanzeige. Bei der QuickFire XTi muss man das festgeclippte Gehäuse aufhebeln.

Vorderseite mit ausgeklappten...
Vorderseite mit ausgeklappten…
...und eingeklappten Füßchen.
…und eingeklappten Füßchen.
Seitenansicht flach.
Seitenansicht flach.

Kabelkanäle auf der Unterseite existieren für das Verlegen des Kabels entweder nach links, rechts oder direkt nach hinten. Das hilft, Kabelsalat und Unordnung zu vermeiden – sehr praktisch. Verlegt werden kann jedes micro-USB-Kabel, mitgeliefert wird aber ein gesleevtes Kabel, 1,8 m lang, mit vergoldeten Steckern und Kontakten.

Seitenansicht steil.
Seitenansicht steil.

Positiv: Es gibt kein Knarzen auch bei Druck auf die Außenhülle neben bzw. über den Pfeiltasten. Dazu kommt eine sehr gute Verwindungssteifigkeit, es gibt dank der Metallplatte kaum Nachgeben („Flexen“) auch bei höherem Druck auf die Schalter.
Die Rutschfestigkeit ist gut, die Gummipads sind ausreichend groß und auch die Ausklappfüße sind gummiert.

Technik und Beleuchtung

Blau und...
Blau und…

Cooler Master setzt auf zweifarbige LEDs, welche rot und blau leuchten können. Ein Vergleich mit der Ducky Shine 4 (siehe Test bei Mecha-Blog) drängt sich hier förmlich auf.
Durch die jeweils fünf Helligkeitsstufen pro Grundfarbe ergeben sich insgesamt 35 darstellbare Farben.

...rot mischen sich...
…rot mischen sich…
Tasten zur Helligkeitsregelung.
Tasten zur Helligkeitsregelung.

Neben der einfachen Vollbeleuchtung gibt es noch den „Atmen“-Modus, einen reaktiven Modus (die gerade gedrückte Taste leuchtet nach) und einen Zustand ohne Beleuchtung, bei dem nur Capslock, Scrolllock und Numlock leuchten falls sie aktiviert sind. Nach dem Firmwareupgrade von 1.1.1 auf 1.1.3 kamen dazu: eine „Farbwelle“, bei der sich Bereiche unterschiedlicher Farben langsam von links nach rechts bewegen, der „Raindrop“, bei dem sich nach dem Drücken einer Taste Lichter von dieser wegbewegen, und ein Modus, bei dem Spalte und Zeile der gedrückten Taste aufleuchten („Cross Mode“).
Zusätzlich kann man manuell auf jedem der vier Profile (Tasten P1 bis P4) einzelne Tasten bestimmen, die beleuchtet sein sollen. Auch die Farbe lässt sich individuell pro Taste festlegen.

Auffällig ist in Sachen Beleuchtung noch die weiß lackierte Metallplatte, die das Licht der LEDs reflektiert und so je nach Blickwinkel den Tasten eine „schwebende“ Anmutung verleiht. Mir gefällt das.

Die beworbene Makroaufzeichnung erfolgt „on the fly“ ohne Zusatzsoftware mit der Tastenkombination Fn+F9. Alle Makros werden auf dem internen Speicher der QuickFire XTi abgelegt und sind daher unabhängig vom verwendeten PC verfügbar. Mit Fn+Esc setzt man die Tastatur wieder auf Standardeinstellungen zurück.
Allgemein empfiehlt sich ein Blick in das kleine Handbuch, um alle Funktionen bzw. deren Bedienung kennenzulernen.

...zu lila.
…zu lila.

Die Polling-Rate sitzt fest bei 1kHz, dem Maximum für USB. Die Repeatrate ist in vier Stufen einstellbar (Fn+F5 bis F8 für 1x, 2x, 4x und 8x).

Schalter und Spieltauglichkeit

MX Brown und Cherry-Stabilizier.
MX Brown und Cherry-Stabilizier.

In unserem Testexemplar sind als Switches originale Cherry MX Brown (taktil, Auslösekraft 45 cN) mit intransparentem schwarzem Gehäuse verbaut. Andere erhältliche Varianten sind mit MX Blues (klickend-taktil, Auslösekraft 50 cN) oder MX Reds (linear, Auslösekraft 45 cN) ausgestattet – dann aber bislang nur im US-ANSI-Layout.
Weitere Infos gibt es in unserem Übersichtsartikel zu Cherry-Schaltern.

Unter Windows bietet die QuckFire XTi über USB mithilfe virtueller Tastaturen NKRO. Dies konnte ich mit dem bekannten Online-Test von Microsoft zunächst nicht nachweisen und erhielt als Resultat 6KRO. Nach dem Firmwareupgrade von 1.1.1 auf 1.1.3 ließ sich NKRO aber auch experimentell verifizieren. Das Upgrade ist sehr einfach mit der bei Cooler Master herunterladbaren ausführbaren .exe-Datei möglich.

Die Spieletauglichkeit wurde anhand folgender Beispiele getestet und für gut befunden: Ghost Recon: Advanced Warfighter 2, Manic Digger und Tomb Raider (2013).
Tippen kann man auf der XTi meiner Erfahrung nach auch sehr gut – diesen Test zu schreiben war jedenfalls sehr angenehm möglich. An dieser Stelle werde ich aber nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Schalterwahl eine Sache der persönlichen Präferenz ist.

Tastenkappen

Tasten 1, Q, A und Z von der Seite.
Tasten 1, Q, A und Z von der Seite.

Wie bei beleuchteten Tastaturen gewohnt bestehen die Keycaps aus mit Lack überzogenem lichtdurchlässigem ABS. In diesen Lack werden die Legenden gelasert, so dass dann auf der Tastatur das Licht der Hintergrundbeleuchtung durchscheinen kann. CoolerMaster überzieht bei der XTi die Tastenkappen anschließend noch mit einer UV-gehärteten Schutzschicht. Das hier verwendete Profil ist zylindrisch.

Tastenkappen von unten.
Tastenkappen von unten.

Die unterste Tastenreihe weist übrigens mit 1,25U-1,25U-1,25U-6,25U-1,25U-1,25U-1,25U-1,25U die häufiger benutzten Standardmaße auf, dadurch ist es recht leicht, Ersatzkappen wie z.B. die Vortex backlit doubleshots zu verwenden.
Die Schriftart (font) ist eine andere als noch z.B. bei der Rapid-i. Die neue ist einfacher gehalten und viel besser ablesbar. Hier hat sich Cooler Master also am Kundenfeedback orientiert: sehr gut! (Wär‘ das nur bei den Softtouch-Gehäusen auch so…)

Fazit: Cooler Master QuickFire XTi

CM-Keycap.
CM-Keycap.

Die QuickFire XTi glänzt hierbei mit gewohnt guter Verarbeitung, durchdachten Lösungen (z.B. Kabel: Anschluss und Verlegbarkeit), schlichtem-aber-schickem Design und sinnvollem Funktionsumfang. Der Preis von 149,00 € (UVP) erscheint gerechtfertigt, hier ist aber doch Druck von den Tastaturen mit voller RGB-Beleuchtung zu spüren. Spätestens jedenfalls wenn der Preis um 20€ unter die unverbindliche Empfehlung gefallen ist, ist die Cooler Master QuickFire XTi definitiv eine Kaufempfehlung wert.

Vielen Dank an Cooler Master für das kostenlose Bereitstellen der Rapid-i für diesen Test.

8 Gedanken zu “Review: Cooler Master QuickFire XTi

  1. Schönes Review, schöne Tastatur! Vor allem die Schlichtheit, die „neue“ Beschriftung und das kantige Gehäuse gefallen mir. Einzig die weiße Plate ist nicht so meins, allerdings verschmerzbar.
    @c137: Ich nehme mal an, daß es nicht möglich ist aber lassen sich in den speicherbaren Farb-Profilen die Tasten teils blau, teils rot (bzw. einer Mischfarbe daraus) beleuchten oder immer nur in einer Farbe?

      • Super, hätte ich jetzt nicht erwartet obwohl das ja im Endeffekt „nur“ eine Treiber-Sache ist. Von daher wäre es verschenktes Potential, wenn das nicht ginge.
        Danke, daß du das noch nachträglich getestet hast, bist mein Held. 😉
        Nein im ernst, diese Zweifarb-Option würde mir schon ausreichen und es müßte für mich nicht unbedingt eine RGB-Mecha sein. Allzu bunt ist sowieso nicht mein Ding. Man könnte z.B. die Gaming-Tasten rot und den Rest blau beleuchten, sieht bestimmt schick aus. Allerdings fände ich rot/grün noch besser aber man kann eben nicht alles haben. Jetzt muß die nur noch als TKL erscheinen und etwas im Preis sinken…

        • Treiber? Eher Firmware 😉
          Ich find’s gerade ja toll, dass man das alles direkt auf der Tastatur einstellen kann ohne irgendwelche Zusatzsoftware. Auf dem Keyboard gespeichert wird es ja sowieso.

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