Review: Cherry MX-Board 3.0

Nach dem Test zum Cherry MX-Board 6.0 folgt hier das Review zum günstigen Einsteigermodell des deutschen Herstellers der mechanischen MX-Schalter: zum MX-Board 3.0.

Cherry MX-Board 3.0 und weiterer Packungsinhalt.
Cherry MX-Board 3.0 und weiterer Packungsinhalt.
EigenschaftBeschreibung
LayoutISO-DE, 100%
SchalterCherry MX Black
Anschlussmini-USB
Kabel1,8 m; abnehmbar
Key Rollover6KRO
"gleichzeitig bis zu 14 Tasten"
Maße (BxTxH) [cm]
(lt. Hersteller)
44,6 x 15,8 x 2,8
Masse0,82 kg (ohne HBA)
BesonderheitenWindowstasten abschaltbar
Preis (ca., aktuell)60 €
Oberseite der Verpackung.
Oberseite der Verpackung.

Eine Handballenauflage (HBA) ist im Lieferumfang unserer G80-3850LUBDE-2 nicht enthalten, eine passende ist aberfür unter 10€ separat erhältlich.
Dabei sind in der recht kleinen Packung allerdings neben dem Keyboard selbst eine Bedienungsanleitung, das USB-Kabel und zwei große rote Antirutsch-Aufkleber, die man selbst an der Tastatur anbringen muss/kann. Dazu kommen noch zwei kleine Gummiüberzieher, die zur Erhöhung der Rutschfestigkeit bei ausgeklappten Standfüßchen dienen.

Unterseite der Verpackung.
Unterseite der Verpackung.

Design und Äußeres

Unterseite des MX-Board 3.0.
Unterseite des MX-Board 3.0.

Das Design ist schlicht und schwarz. Unten rechts findet sich die weiße Aufschrift „Cherry MX-Board 3.0“, oben in der Mitte beim USB-Anschluss ein Cherry-Logo. Über dem Nummernblock gibt es vier Zusatztasten.
Schon beim Auspacken fällt das recht geringe Gewicht (820g) der Tastatur auf. Das Plastikgehäuse gibt an manchen Stellen, z.B. über den Pfeiltasten, leicht nach, was auch in leisem Knarzen resultiert; an der Seite fallen etwas unregelmäßige Spaltmaße auf.

Auf der Unterseite gibt es sechs abgedeckte Schrauben, eine davon unter dem roten Typenschild. Dazu kommen die beiden Klebeflächen für die Gummi-Aufkleber und ein großes Cherry-Logo samt noch größerem Schriftzug.

Vorderseite mit ausgeklappten Standfüßen.
Vorderseite mit ausgeklappten Standfüßen.
Vorderseite mit eingeklappten Standfüßen.
Vorderseite mit eingeklappten Standfüßen.

Das abnehmbare Kabel  ist 1,8 m lang, für den Anschluss am PC oder Mac steht ein USB Typ-A (fullsize 2.0) bereit, an der Tastatur wird das flexible, ungesleevte Kabel per USB Typ-B (mini-USB) angesteckt. Zum Betrieb werden laut Datenblatt maximal 100 mA Stromstärke benötigt.

Die Rutschfestigkeit ist dank der beiden großen roten Pads bei eingeklappten Aufstellfüßchen sehr gut. Bei ausgeklappten Füßchen ist sie immer noch gut, was an den Gummiüberziehern liegt. Hier wurde also alles richtig gemacht.

Rückseite mit ausgeklappten Füßchen.
Rückseite mit ausgeklappten Füßchen.
Rückseite mit eingeklappten Füßchen.
Rückseite mit eingeklappten Füßchen.

Ausstattung und Spieletauglichkeit

Seitenansicht mit aufgestellten Füßchen.
Seitenansicht mit aufgestellten Füßchen.

Das MX-Board 3.0 verfügt wie bereits erwähnt über keine Tastenbeleuchtung (backlight), aber das Cherry-Logo oben in der Mitte ist weiß beleuchtet. Zudem gibt es unter den Windowstasten sowie Capslock, Scroll– und Numlock je eine grüne LED, die leuchtet wenn die jeweilige Funktion aktiv ist.

Die vier praktischen Zusatztasten sind zuständig für die Lautstärkeregelung (leiser, lauter, stumm) und eine Schnelltaste zum Aufruf der Browser-Startseite, über welche sich in Kombination mit Strg aber auch die Windowstasten sperren lassen.

Seitenansicht mit eingeklappten Füßen.
Seitenansicht mit eingeklappten Füßen.

Auf der Packung steht zunächst groß „N-Key-Rollover“, in der kleineren Beschreibung aber „gleichzeitig bis zu 14 Tasten“, was 6KRO mit Modifiern entspricht. Der Key-Rollover-Test weist ebenso auf 6KRO hin. Dies ist in der Praxis eigentlich immer ausreichend, dennoch halte ich die Verpackungsgestaltung für leicht irreführend und daher für kritikwürdig.

Beim Spiele-Praxistest mit den Games Witcher 3 (ja, immer noch 😉 ) und Halo: Spartan Strike ergaben sich keinerlei Probleme. Daher attestiere ich an dieser Stelle Spieletauglichkeit.

Die Funktionstasten und die Hotkeys (die vier Zusatztasten) lassen sich mit der kostenlosen Software KeyM@n für Windows, die bei Cherry heruntergeladen werden kann, frei programmieren. Ein netter Bonus.

Schalter

MX Black im MX-Board 3.0.
MX Black im MX-Board 3.0.
Gummiüberzieher für die Aufstellfüßchen.
Gummiüberzieher für die Aufstellfüßchen.

Als Schalter sind in unserem Testexemplar lineare Cherry MX Black (60 cN Auslösekraft) verbaut. Erhältlich ist die Tastatur mit Blues, Browns, Black und Reds. Für mehr Details zu den Switches findet ihr unseren Übersichtsartikel zu Cherry-Schaltern hier.
Kommt man mit den Blacks zurecht – Schalterwahl ist ja immer so eine persönliche Sache – kann man auf dem MX-Board 3.0 auch bequem längere Texte tippen. Dieser Testbericht entstand zum Beispiel so.

Cherry verbaut auch im MX-Board 3.0 die MX-Module auf einer Metallplatte, welche zu einer sehr guten Druckfestigkeit des Konstrukts führt. In Sachen Verwindungssteifigkeit muss dieses Produkt aber aufgrund des eher dünnen Kunststoffgehäuses hinter (teureren) Konkurrenz-Geräten zurückstecken.

Mini-USB-Anschluss.
Mini-USB-Anschluss.

Das Testexemplar pingt übrigens fürchterlich! Das ist ganz besonders gut zu hören bei aufgestellten Standfüßchen – diesbezüglich ist dieses MX-Board 3.0 das schlimmste Keyboard, das ich je unter den Fingern hatte. Das muss natürlich so nicht für jedes baugleiche Modell gelten, aber einen guten Eindruck macht das Pingen leider trotzdem nicht.

Cherry-Stabilisator unter der Leertaste.
Cherry-Stabilisator unter der Leertaste.

Unter den größeren Tasten sind übrigens Cherry-Stabilisatoren verbaut, wie man es von Cherry eben erwarten würde.

Tastenkappen

Keycaps (Q, A, Y) von der Seite.
Keycaps (Q, A, Y) von der Seite.

Die Keycaps aus ABS sind als Besonderheit bei Cherry flacher (etwa 50% Höhe) als die üblichen Tastenkappen bei anderen Tastaturen. Dabei sind alle gleich hoch und zylindrisch profiliert.

Bei der Capslock-Taste ist die Stemaufnahme leider nicht zentriert angebracht. Dies erschwert den Austausch der Tastenkappen, da man erst mal eine passende Feststelltaste finden oder basteln muss.

Tastenkappen von unten. Links die Feststelltaste.
Tastenkappen von unten. Links die Feststelltaste.

Die gelasterte (lasered & filledFont (Schriftart) ist einfach gehalten und sehr gut lesbar. Im Neuzustand ist das Weiß hell genug, damit die Buchstaben und Symbole auch bei einem nur von einem typischen Flachbildschirm erleuchteten Raum ablesbar sind.

Fazit: Cherry MX-Board 3.0

Bei einem Preis von derzeit etwa 60€ ist das MX-Board 3.0 eine der günstigsten mechanischen Tastaturen. Gegenüber einer G80-3000 verfügt es über eine Metallplatte (plate-mounted-Schalter) – das ist ein klarer Vorteil. Kleinere Verarbeitungsmängel trüben aber das Bild einer ansonsten absolut ausreichend und in sich stimmig ausgestatteten mechanischen Tastatur.

MX-Board 3.0 in der Verpackung.
MX-Board 3.0 in der Verpackung.

Für Einsteiger ist das MX-Board 3.0 also durchaus eine valide Option, aber wenn man mehr ausgeben kann bzw. will rate ich doch zu einem höherwertigen Modell.

Vielen Dank an die ZF Friedrichshafen AG und TechnikPR für das kostenlose Bereitstellen des Cherry MX-Board 3.0 für diesen Test.

3 Gedanken zu „Review: Cherry MX-Board 3.0“

  1. Danke für den Test. Für mich war die 3.0 der Einstieg in die Welt der Mechas. Noch ein paar Anmerkungen meinerseits:

    – Man muss jedesmal nach PC Neustart die Win Tasten aufs neue deaktivieren, schade dass das Board die Einstellung nicht speichert

    – Das Cherry Logo ist leider nur einseitig beleuchtet, dadurch leuchtet es nur leicht einseitig. Schade, aber durchaus verschmerzbar.

    – Die vertikal angebrachten Aufstellfüßchen halte ich für eher suboptimal. Klar, man bewegt die Tastatur eigentlich nicht. Aber wenn dann doch mal, passiert es durchaus das die Füßchen eher einklappen als bei horizontal angebrachten. Aber vielleicht ist dem nur bei mir so.

    Sonst bin ich recht zufrieden mit ihr. Ich habe noch nicht alle Tasten druchprobiert, bei mir pingt bisher nur die “ – “ Taste. Und ja, dass mit Capslock ist ein wenig ärgerlich. Schön ist aber wirklich das die entsprechenden Tasten leuchten, und nicht wie so oft oben rechts noch kleine LEDs angebracht sind. Daran könnte man sich gewöhnen.

    Gruß 🙂

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    • …das mit den Status-LEDs unter den Caps ist mittlerweile fast schon Standard bei Mechas. Mir gefällt das nicht so gut. Bei beleuchteten Mechas leuchten die oft auch noch heller als die restlichen LEDs, was i.d.R. nicht gut aussieht oder sogar nervt. Und bei einem Kappentausch findet man nur selten entsprechende „Windowed Caps“, da hat es sich dann gleich ganz erledigt mit den Status-Anzeigen. ;).

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  2. Bei zackzack gibt es ja für 60-70€ immer mal wieder die CoolerMaster rapid-i, die dürfte in dem Einsteigersegment wohl die bessere Wahl sein. 🙂
    Danke für den Test!

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