Review: Blanke Cherry-PBT-Kappen aus dickem PBT

Vor gut einer Woche habe ich schon die Vortex- und Tai-Hao-Doubleshot Tastenkappen unter die Lupe genommen. Und wer so wie ich aus dem Board- und Kappenkauf nicht mehr heraus kommt, der ist irgendwann blank. Passend dazu möchte ich diesen Beitrag heute, wie versprochen, um die blanken Cherry-Kappen aus dickem PBT ergänzen.

Verfügbarkeit

Alle schlechten Wortspiele bei Seite und hin zu den harten Fakten. Diesmal muss ich ISO-DE Liebhaber enttäuschen – die Kappen gibt es nur im US-Layout. Erhältlich sind sie in verschiedenen grau-, weiß und cremetönen auf Massdrop.
Wer noch nicht mit Massdrop vertraut ist, hier eine kurze Erklärung: Massdrop ist eine Art Mittelmann zwischen Herstellern und Konsumenten. Die Community kann darüber abstimmen, was als nächstes angeboten werden soll. Wenn ein Angebot, auch „drop“ genannt, startet, kann man diesem beitreten. Je mehr beitreten, desto günstiger wird es für alle. Am Ende zahlt jeder die niedrigste Preisstufe, die erreicht wurde.

Günstig ist Massdrop deshalb aber trotzdem nicht wirklich.
Es fallen unglaublich hohe Versandkosten und zumeist auch die 19%-ige Einfuhrumsatzsteuer an. Außerdem dauert es wirklich extrem lange, bis die Ware den Weg nach Deutschland gefunden hat – was allerdings daran liegt, dass der Hersteller erst mit der Produktion anfängt, wenn der Drop beendet worden ist.

Der große Vorteil von Massdrop ist schlicht und ergreifend die Verfügbarkeit, die ohne eine solche Plattform nicht gegeben wäre. Dadurch, dass sich viele Mecha Enthusiasten zusammenschließen, wird es für die Hersteller erst rentabel, ihre Produkte herzustellen und abzusetzen. Sie müssen nicht in jedem Land Distributionspartner suchen, Massdrop kümmert sich um Versand und Reklamationen und die nachgefragte Menge ist durch den Drop genau definiert.

Hinzugefügt werden muss allerdings noch, dass es nur äußerst selten Mechas oder Kappen im ISO-Layout gibt. Dafür wäre Massdrop auch gar nicht geeignet. Man stelle sich nur vor, es würde jedes Kappenset in vielen verschiedenen Layouts angeboten werden. Das bedeutete einen wesentlich unrentableren Herstellungsprozess, eine heterogenere Community und insgesamt schlechte Karten für die „Massen“herstellung von Nieschenprodukten.
Ich glaube, dass hier die Distributoren in den jeweiligen Ländern gefragt sind. Diese sind vor Ort und können diese kleinen, sehr speziellen Partikularmärkte, die Niesche der Niesche, besser bedienen.

Die Kappen

Die Cherry blanks in freier Wildbahn.
Die Cherry blanks in freier Wildbahn.

Geordert habe ich meine Kappen am 16.06, angekommen sind sie am 05.08..
Dabei durfte ich zunächst zum Zollamt fahren, weil Massdrop keine Rechnung sichtbar auf der Verpackung angebracht hatte. 5,70€ an Einfuhrumsatzsteuer durfte ich der Bundesrepublik noch zahlen, so dass ich insgesamt auf etwa 35€ für die Kappen komme.

Im Lieferumfang sind neben Kappen für eine Mecha im 100%-Formfaktor noch eine 6U– und eine 6,5U-Leertaste, ein Capslock mit Abstufung, sowie zwei 1,5U- und drei 1,0U-Modifier-Tasten. Das bedeutet, dass die Kappen auch für Tastaturen mit dem für iOne typischen Layout der unteren Tastenreihe kompatibel sind.

Sofort beim Auspacken sprang mir der schlechte Kontrast der Kappen ins Auge. So schlecht ist er, dass man die Schrift gar nicht sieht! Nein, natürlich nicht. 😀
Aber wer mit dem Begriff blanke Tastenkappen noch nichts anfangen kann: das sind Kappen, die vollkommen ohne Beschriftung daherkommen. Sie sind die minimalistische Designerwohnung unter den Mechas. Die Kappen selbst sind etwas dicker als die Vortex-Doubleshots und fassen sich dabei etwa gleich geschmeidig an. Durch die Dicke wirkt das Tippgeräusch tiefer und gesättigter als beispielsweise bei den Tai-Hao-Kappen. Erwähenswert ist außerdem die Tatsache, dass die Kappen nicht im OEM-Profil, sondern im Cherry-Profil sind. Auf den ersten Tipp merke ich allerdings keinen nennenswerten Unterschied zu anderen Kappen.

Die Cherry blanks auf einer Ducky G2Pro.
Die Cherry blanks auf einer Ducky G2Pro.

Fazit: Cherry-PBT-Kappen

Der Lieferumfang der Kappen. Nicht mit dabei: Drei Kappen, die für eine ISO-Tastatur von Nöten wären.
Der Lieferumfang der Kappen. Nicht mit dabei: Drei Kappen, die für eine ISO-Tastatur von Nöten wären.

Mir gefallen die Kappen sehr gut. Preis und Qualität sind stimmig, die nicht vorhandene Beschriftung macht einen minimalistischen und sauberen Eindruck auf dem Schreibtisch. Insgesamt würde ich sagen, dass die Kappen von der Beschaffenheit gleichauf mit den Vortex-Doubleshots sind.
Großer Vorteil der Cherrys: die mitglieferten Modifier machen das Set kompatibel für Tastaturen wie die Corsair Vengeance K70, die Logitech G710(+), oder die Razer BlackWidow, die allesamt die gleiche abweichende untere Tastenreihe besitzen.

Einen Kritikpunkt möchte ich allerdings noch äußern: Wenn sich Cherry schon die Mühe macht, andere Modifier beizulegen, warum dann nicht auch die drei Kappen, die für ein ISO-Set fehlen? Also eine ISO-Enter, eine kürzere Hochstelltaste und eine Kappe mehr für die größer/kleiner Taste.
Das sind drei (!) Kappen, die einen vollkommen neuen Markt erschließen würden. Und die blanken Kappen sind perfekt für eine ISO-Erweiterung. Denn jeder ISO-Benutzer kann die Kappen verwenden, egal ob deutsches oder französisches Layout, egal welche Sonderzeichen und merkwürdigen Buchstaben die eigene Sprache auch hat. Das hieße, die zentrale Verteilung über Massdrop ist nicht im geringsten gefährdet, im Gegenteil. Ein Set, das passt für ISO und ANSI, für Ducky und Corsair: Das perfekte Massenprodukt.

3 Gedanken zu „Review: Blanke Cherry-PBT-Kappen aus dickem PBT“

      • Die übrigen Tasten haben entweder das falsche Reihenprofil oder gehören zum Numpad. Wer also das Numpad nicht fleddern kann braucht vier Caps. Ohne Numpad braucht man tatsächlich nur zwei extra Keycaps weil man die Taste auch aus dem Numpad nehmen kann.

        Außerdem entsteht in dem Artikel der Eindruck die Tasten wären von Cherry dabei sind das Chinakappen im Cherry Profil. Hersteller ist angeblich Gateron oder NPKC.

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