PBT, ABS, DS, DYE… was???

Immer wieder tauchen die oben genannten Abkürzungen bei mechanischen Tastaturen auf. Doch was hat es eigentlich damit auf sich?

Viele Blogs bieten nun eine große Fülle an technisch 100% richtigen Informationen an. Wir wollen hier aber mal auf die Vor- und Nachteile für die User eingehen.

Sind wir mal ehrlich: Mit welcher Maschine meine Taste hergestellt wurde juckt mich eigentlich nicht wenn ich mit dem Gefühl darauf zu schreiben nicht klar komme 😉

Ich will an dieser Stelle mit dem populärsten Material anfangen: ABS
Es handelt sich um eine Sorte Kunststoff über deren Eigenschaften man sich bestens im Internet informieren kann. Im Bereich der mechanischen Tastaturen hat das Material bei Tastenkappen aber meist nur einen Vorteil für den Verbraucher:
Es ist günstig!
Leider war es das auch schon, denn die Haltbarkeit der Tasten ist meist nicht mit der Haltbarkeit der eigentlichen Tastatur in Relation zu stellen. Bereits nach einigen Monaten Schreibarbeit bilden sich langsam glänzende Stellen auf der Tastatur. Die Tasten wirken „speckig“ und sind nicht mehr schön.

ABS-Kappen sind meist bei günstigeren Tastaturen zu finden oder aber bei Tastaturen deren Beschriftung frei wählbar ist. Hier stellt das Fertigungsverfahren einfach eine Möglichkeit dar, günstig Stückzahlen zu produzieren.

Ebenfalls weit verbreitet, jedoch in vielen Ländern – aufgrund der schlechten ökonomischen Eigenschaften bei der Herstellung nicht hergestellt –  sind Kappen aus PVC. Ähnlich ABS haben die Kappen jedoch einen weiteren Nachteil:
Sie sind nicht wärmeresistent und können sich daher unter Einfluss von Hitze verformen.

Gehen wir beim Material eine Stufe höher, so finden wir uns im Bereich der Kappen aus PBT.

PBT Keycaps
PBT Keycaps

Ebenfalls Kunststoff zeichnet sich dieser durch seine wesentlich höhere Abriebbeständigkeit aus. Das ermöglicht uns als Verbraucher länger Freude an einer schönen Kappe zu haben. Es ist eher selten, dass die Tasten derart viel genutzt werden, dass sich wirklich schlimme Gebrauchsspuren einstellen.
Nachteil ist hier folglich nur der Preis, welcher ein wenig höher ist als bei Kappen aus ABS. Wer sich allerdings einmal an das Gefühl der PBT-Kappen gewöhnt hat, möchte meist keine aus ABS mehr verwenden.

Ein etwas weniger verbreitetes Material ist POM. Es zeichnet sich ebenfalls durch einen relativ günstigen Preis aus, wird jedoch öfter als „rutschig“ bezeichnet, da das Material selbst einen geringen Reibungskoeffizienten hat. Es ist häufig bei schwarzen Tasten von Cherry anzutreffen.

Die Unterschiede zwischen den Materialien wären damit also geklärt. Widmen wir uns nun der Beschriftung:

Viele werden das Problem von älteren Rubberdome-Tastaturen kennen. Nicht nur dass sich der Druckpunkt inzwischen wie ein „toter Oktopus“ anfühlt, es nutzen sich zudem noch die Buchstaben auf den jeweiligen Tasten ab. Während eine glänzende Taste vielleicht den ein oder anderen stören kann, gibt es Leute die aufgeschmissen sind ohne eine saubere Beschriftung der Tasten.

Schauen wir uns also die verschiedenen Möglichkeiten der Beschriftung mit deren Vor- und Nachteilen etwas genauer an.

Die erste, meistverbreitete, und zugleich günstigste Methode Tasten zu beschriften ist die Möglichkeit Tasten zu bedrucken. Im englischen wird das „Pad-Printing“ genannt.
Es wird nicht direkt auf die Tastatur gedruckt sondern ein bedrucktes „Pad“ darauf geklebt.
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Diese Pads kann man meist bei näherem Hinsehen erkennen, da es ein wenig breiter ist als der eigentliche Buchstabe der darauf gedruckt ist.
Klarer Vorteil sind die endlosen Möglichkeiten die man durch das reine Bedrucken erlangt. So kann schnell einmal die Schriftart gewechselt werden ohne dass die Fertigungsmaschine neu eingerichtet werden muss –> günstiger.(Bild von Pad printed einfügen)

Der große Vorteil der günstigen Beschaffung spiegelt sich im größten Nachteil  der Langlebigkeit wieder. Es ist nicht selten, dass die Tasten bereits im ersten Jahr an einigen Stellen komplett blank geschrieben sind. Oftmals betroffen ist hiervon die Enter-Taste.

Eine etwas langlebigere Ausführung des „Pad-Printing“ ist das anschließende „Coating„, also ein Überziehen der Bedruckung. Dies hat vor allem Filco bei seinen Tasten angewandt und damit keine schlechten Ergebnisse abgeliefert.

Will man es ein wenig origineller so kann man sich gelaserte und anschließend gefüllte Tasten ansehen. Diese Methode ist ebenfalls nicht all zu teuer, jedoch wesentlich haltbarer. Klarer Vorteil also für die Haltbarkeit der Beschriftung.

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Leider gibt es einen ebenso sofort ersichtlichen Nachteil. Während die Tasten zu Beginn strahlend weiß erscheinen, verfärben sie sich innerhalb kurzer Zeit schon etwas dunkler und werden gräulich. Die Schriftzeichen darauf werden zwar dauerhaft lesbar bleiben, die Optik darunter jedoch etwas leiden.
Neutral zu betrachten ist, dass diese Art der Beschriftung deutlich spürbar auf den Tasten hervorragt.

Die nächste Methode geht schon in die exklusivere Richtung und ist als Dye-Sub bekannt.
Nachteilig ist hierbei eigentlich nur der Preis zu nennen und die inzwischen ziemlich geringe Verbreitung und die damit verbundene schlechte Verfügbarkeit.

Technisch nur halbrichtig aber verständlich ausgedrückt wird hierbei die Farbe in die Tastenkappen „geschmolzen“. Das hat zur Folge, dass der Druck sowohl langlebig als auch farbecht ist.
Der Kontrast ist bei diesem Verfahren jedoch nicht ganz so stark wie im nachfolgenden, letzten und begehrtesten 🙂

Doubleshots, stellen die Königsdisziplin der Tastenbeschriftung dar und sind inzwischen ein begehrtes Gut für die Liebhaber mechanischer Tastaturen. Damit wären wir auch schon beim ersten Nachteil dieser Kappen: Der Preis. Durch die hohe Nachfrage in Verbindung mit dem nicht geringen Aufwand bei der Herstellung sind die Kappen verhältnismäßig teuer.

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Jedoch bekommt man bei diesen Kappen einen Verbund aus zwei verschiedenfarbigen Kunststoffen, welche durch die fixe Verbindung eine lebenslange Beschriftung ermöglichen. Durch die beiden getrennten Kunststoffe ist auch der bestmögliche Kontrast bei der Beschriftung möglich, welchen die Fans der Tasten so schätzen.

Nicht unerwähnt darf hier allerdings bleiben, dass die Tasten welche im Doubleshot-Verfahren hergestellt und beschriftet werden, meist aus ABS-Plastik hergestellt sind, welches eingangs erwähnt am schnellsten Gebrauchsspuren aufzeigen wird.

 

Ich hoffe mit dem Artikel dem ein oder anderen vielleicht einen kleinen Überblick geben zu können. Ich will keine technisch korrekte Erklärung sondern einen klar verständlichen Einstieg in das Thema der Tastenkappen schreiben. Zum Schluss sollte klar gestellt werden, dass jeder seine eigenen Vorlieben hat und immer noch erfühlen muss was für ihn das Optimum darstellt 🙂

12 Gedanken zu „PBT, ABS, DS, DYE… was???“

  1. Gefällt mir gut, als ich mich Mechas angefangen habe war das Thema DoubleShot auch ein großes Geheimnis für mich. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen…

  2. Eine „Beschriftungsmethode“ fehlt noch:
    Die für Beleuchtung bestimmten Caps (wie bei QPAD), die eigentlich aus transparentem Kunststoff bestehen, dann beschichtet werden und per Laser durch Entfernen der Beschichtung beschriftet werden.

    Allerdings habe ich noch keine Infos zum Material der Caps finden können.

  3. Danke für den Hinweis. Kenne die Tasten, sind auf meiner CM auch drauf. Werde bei Gelegenheit den Beitrag ergänzen. Finde die persönlich aber ziemlich schrecklich von der Haptik 😀

  4. Pingback: Anonymous
  5. Wichtiger als das Material an sich finde Ich die Haltbarkeit der Beschriftung.
    Ich hacke da gerne senkrecht inkl. Fingernagel drauf. So als würde man mit einem Schraubendreher tippen.
    Ein C64 hatte dunkle Tasten in die oben heller Kunststoff in Form der Schrift eingelassen war.
    Das konnte man unmöglich wegtippen.

    Die Laserbeschrifteten Tastenbeschriftungen hielten so lange, dass Ich dachte es hielte ewig.
    Mit dem Internet tippte Ich mehr, und nun verschwindet auch auf einer gebrauchten (€1, selbst abgeholt) IBM SK-8820 die Beschriftung.
    Ärgerlich waren die ersten dunklen Logitech Tatstatur/Maus-Kombis, wo die Beschriftung nach ein paar Monaten verschwand oder beschädigt war.
    Für an die 200 Euro. Auch die heutigen Massentastaturen sind doch wohl noch so gemacht.
    DA wäre ein EU-Gesetz gut, dass vorschreibt wie lange die halten müssen. Am besten so lange, dass man 10 Jahre jeden Tag 50.000 Zeichen tippen kann.
    Also Ich habe an einem Tag mal für einen YT-Kommentar 27.000 Zeichen getippt. Dann gemerkt, mehr als 10.000 nimmt YT nicht, aber ohne Hinweis…
    Mit Fingernagel-Senkrecht-Hacking.

    Auch wenn die die Tasten bedrucken wollen, können die die danach nicht mit einem Lack überziehen?
    Oder mit transparentem Kunststoff.

    Muss man sich heute wirklich Tasten mit transparentem Zeichen kaufen, also mit Beleuchtung, wiel die naturgemäßig nicht wegtippbar sein können?
    Das ist doch im Grunde wie beim C64, nur transparent. Ich sehe hier aber gerade in einem Kommentar, die sind volltransparent, dann beschichtet und wieder freigelasert.
    Wetzt sich da nicht irgendwann der rest ab, und die werden um die Zeichen immer transparenter, so dass auch da die Zeichen verschwinden?

    Was für Tastaturen sind für Vieltipper („Meißel-Tippen“) zu empfehlen?
    Gerne etwas dass noch gebraucht erhältlich ist. Ich mir evtl. in der Nähe abholen kann.
    Für Zuhause kann es auch eine mit Kabel sein.

    Wenn ich den PC mal mitnehmen will, wäre eine „Semi-Mobile“ Funktastatur interessant.
    Fullsize, keine Doppelbelegung der Zahlen und F-Tasten (evtl. noch drittens mit Mediatasten), Steuerkreuz, Tastenpad etc..
    Gerne mit Mediatasten. Aber Ich will sie auch mal mitnehmen, und auch dort viel tippen können.
    Evtl. auch mit Maus-Ersatz, aber für längere Aufenthalte an einem Ort nähme Ich eine extra Maus mit. Solange das Touchpad etc. die Tastatur nicht unhandlicher macht, ist es aber kein Problem. Und natürlich auf keinen Fall Notebook-Tasten Normale Größe, Trennung und Höhe. Wenn Sie dennoch kleiner zu machen ist, Klappbar oder ähnliches… Diese Gummitastaturen sind da wohl nichts (?).

    Gibt es einen „Konfigurator“ der alle Tastaturen kennt, und Ich auf die Art der Beschriftung eingrentzen kann?
    Aber nicht von einem Händler, sondern alles was existiert, möglichst auch eingestellte Tastaturen.

    Ein Artikel mit einer Auswahl von Tastaturen deren Beschriftung man nicht weg bekommt wäre gut. Oder gibt es den?

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