Nanoxia Retro Ncore im Hands on

Frischer Wind im Mecha Getummel. Nachdem sich einige Modder bereits erfolgreich an Typewriter-styled mods versucht haben, bringt nun Nanoxia mit der Nanoxia Retro Ncore eine käufliche Lösung auf den Markt.

Wie sich das Keyboard im Alltag schlägt zeigt unser Test.

Einleitung

Ich habe bereits im Vorfeld die News zur neuen Tastatur von Nanoxia verfolgt, da ich die Kreationen aus der Modding-Community immer sehr ansprechend fand. Der Stil der alten Schreibmaschinen gepaart mit der präzisen Technologie mechanischer Taster am modernen Rechner versprüht für mich einen besonderen Charme. Ableger aus dem Steampunk Segment ganz besonders. So viel sei bereits verraten, die Nanoxia Ncore Retro ist im Design einzigartig! 

EigenschaftBeschreibung
LayoutISO-DE, 100%
SchalterKailh White
Anschluss-
Kabel1,8 m,
nicht abnehmbar, geflochten
Key RolloverNKRO
Maße (BxTxH) [cm]
(lt. Hersteller)
46,5 x 15,0 x 6,9
Masse1,3 kg
BesonderheitenTypewriter style
Preis109,95 €

Lieferumfang

Spannung machte sich also breit als ich das Paket von getdigital.de in den Händen hielt. Die vielen Symbole deuten auf einen großen Lieferumfang. Bereits auf der Umverpackung wird auf austauschbare Tastenkappen hingewiesen, was die Neugierde weckt.

 

Detailansicht der Verpackung

Ernüchterung machte sich breit als ich die Verpackung geöffnet hatte. Nebst Tastatur war lediglich ein kleines Tütchen mit verschiedenen Beilagen und einer Anleitung enthalten. Im Tütchen liegen der obligatorische Tastenabzieher, sowie ein Staubtuch und ein Pinsel. Dass diese beiden Utensilien überaus wichtig sein werden für diesen Test konnte ich zu dieser Zeit noch nicht ahnen.

Tastenkappen zum tauschen sind keine dabei. 

 

Also schnell die Tastatur mitsamt der Abdeckung aus der Verpackung genommen. Endlich mal wieder eine stabile Abdeckung welche im Alltag genutzt werden kann um Staubablagerungen zu vermeiden. Sehr schönes Detail!

 

Ersteindruck

Ist die Haube von der Tastatur genommen wird mir meine größte Angst sofort genommen. Das Teil wirkt hochwertig! Ich hatte die Befürchtung von Plastik in Chrom Optik erschlagen zu werden, welche sich aber glücklicherweise nicht bewahrheitet hat. Die Umrandung der Tastatur besteht zur Gänze aus Metall und hatte bei meinem Exemplar keinerlei Mängel im Finish. Die Oberfläche ist gleichmäßig glänzend ohne Kratzer.

Hochwertig verarbeitet und sauber
Vor dem Pinselschwung

Das Gewicht von rund 1.300 Gramm unterstreicht den hochwertigen Auftritt. Dieser Eindruck wird lediglich von der hochglänzenden Plastikeinfassung und dem fest angebrachten USB-Kabel getrübt.

USB-Kabel

Die Neigung der Tastatur lässt sich über das ausdrehen der hinteren Standfüße einstellen. Eine super stabile und saubere Lösung die sich hoffentlich auch andere Hersteller ansehen werden. Durch die großen Auflageflächen der Füße ist die Tastatur zudem überdurchschnittlich gut gegen verrutschen gesichert. 

Kailh Schalter

Nanoxia setzt auf weiße Schalter von Kailh. Diese bieten die Charakteristik von Cherry MX-Blue und somit sowohl taktiles als auch akustisches Feedback beim Auslösen. Dies ist auch die einzig richtige Wahl für ein Keyboard dieser Art und unterstreicht den Stil einer alten Schreibmaschine während der Nutzung.

Weiße Kailh Schalter in Versenkung

Während des gesamten Testzeitraums sind mir keine Probleme in der Bedienung aufgekommen. Keinerlei Haken oder nicht registrierte Anschläge. Keiner der Schalter neigte zum pingen (Nachhall beim Anschlag). Im Blindtest würde mir der Unterschied zu MX-Blues vermutlich nicht auffallen.

Modifier und Leertaste sind mit einem Pendant der Cherry Stabilisatoren ausgestattet um auch bei nicht mittigen Treffern zuverlässig auszulösen. Diese Stabilisatoren ermöglichen das einfache abziehen von jeglichen Tastenkappen ohne dabei auf die Befestigung des Stabilisators achten zu müssen. Durch die Bauart bedingt sind die stabilisierten Tasten jedoch etwas weicher im Anschlag als die restlichen. Dies fällt eher weniger im Alltag auf und ist Geschmacksache.

 

Störend ist das Geräusch der Leertaste, welche zwar beim Aufschlag sauber arbeitet jedoch beim Bottom-Up lautstark scheppernd Rückmeldung gibt. Dies ist durchaus störend und stet in keinem Verhältnis zur restlichen Geräuschkulisse des Keyboards! Aufgrund der Leihgabe haben wir auf etwaige Versuche dieses Geräusch zu bekämpfen verzichtet.

Tastenkappen & Multimediafunktionen

Wie bereits der Hinweis auf der Verpackung vermuten lässt handelt es sich bei den Kappen um MX-kompatible Stems. Die Tasten lassen sich also auch in der Praxis ohne Probleme austauschen. Das Bild auf der Verpackung vermittelt den Eindruck, dass weitere Tastenkappen im Lieferumfang enthalten wären. Dem ist leider nicht so!

Die Kappen sind alle sauber verarbeitet und mit einem verchromten Rand. Die Beschriftung ist wie bei Cherrys G80-Serie im Laser engraved infill Verfahren vorgenommen und damit zwar überaus haltbar aber anfällig für Verfärbungen.

Einzelne Tastenkappen mit MX Aufnahme

Gänzlich unverständlich ist die gewählte Schriftart. Diese ist zum einen zwar passend zum Thema der Tastatur, jedoch sind die Zweitbelegungen in einer „Gaming“ Art aufgebracht welche den Eindruck massiv stören. Wenn man sich schon in die Nische traut, sollte man hier keinen Spagat versuchen sondern gänzlich auf Spielereien wie Pfeiltasten auf den WASD-Tasten verzichten. 

Die Multimediafunktionen wurden ebenfalls durch moderne Piktogramme auf der F-Tasten Reihe verdeutlicht und passen nicht ganz zum Stil des Keyboards.

Alltagserfahrungen

Das Keyboard ist schön! Jeder der es gesehen hat war neugierig um was für eine Tastatur es sich handelt. Hier ist ein Volltreffer gelandet worden. Erst bei näherem hinsehen fallen einem die Details wie die Beschriftung unschön ins Auge und stören den Gesamteindruck. Wer die Tastatur ins Büro stellen wird, zieht jedenfalls garantiert die Blicke auf sich. Der ein oder andere wird sofort darauf tippen wollen.

Hier sind wir auch beim größten Kritikpunkt angelangt. Sobald die Tastatur genutzt oder auch nur etwas länger dem atmosphärischen Einfluss ausgesetzt wird, versteht man die Beigabe des Pinsels.

Staub, Fingerabdrücke und jegliche andere Verschmutzung zeigt sich ohne Gnade auf den verschiedenen, hochglänzenden, Oberflächen. Wer also einen guten Eindruck machen will, greift unweigerlich regelmäßig zum Reinigungstuch.

Viel störender war bei meinem Testexemplar jedoch die Tatsache, dass die Kunststoffplatte im Bereich der Tasten „G“ und „H“ zu hoch stand. Dadurch schlugen die beiden Tastenkappen beim Auslösen auf der Platte auf und es kam unvermeidlich zum scheppern.

Nach Rücksprache mit getdigital.de tritt dieses Problem nur bei meinem Modell auf. Andere Tastaturen sind davon nicht betroffen und bislang hat auch kein Kunde diesen Mangel gehabt!

Ich war etwas skeptisch ob ich mit den Tasten zurechtkommen werde. Der Umstieg auf Chiclet Tastaturen fiel mir damals jedenfalls sehr schwer. Die Freiräume zwischen den Tasten haben mich immer etwas gestört gehabt und meine Schreibgeschwindigkeit negativ beeinflusst.

Zu meinem Erstaunen bin ich sofort mit der Nanoxia klargekommen und konnte fehlerfrei tippen. Der Geschwindigkeitsverlust, falls vorhanden, war jedenfalls nicht spürbar.

Fazit

Wer eine auffällige Tastatur für seinen Arbeitsplatz sucht ist hier genau richtig. Es sollte einem bewusst sein, dass man den Putzlappen als besten Freund braucht um auf Dauer den schönen Eindruck zu halten. 

Wirkliche Schwächen leistet sich die Tastatur im Bereich der Leertaste und deren Geräuschkulisse. Dies kann auf Dauer durchaus störend wirken. Etwas mehr Mut das Thema durchzuziehen hätte ich mir bei der Beschriftung gewünscht.

Der Stil der Tastatur ist jedenfalls einzigartig und wunderschön! 

Vielen Dank an getdigital.de für die kostenlose Bereitstellung des Testexemplars und den netten Kontakt!

 

Nanoxia Ncore Retro Mechanische Tastatur
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Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

 

Mein Senf: German Engineering

Ja wir sind globalisiert. Ja wir möchten keine Unsummen für die Tastatur zahlen, weil die Löhne in Deutschland hoch sind. Ja wir sind uns bewusst, dass die Keyboards in China produziert werden. Aber liebe Hersteller: Suggeriert doch nicht immer den Eindruck dass es sich um ein deutsches Produkt handeln KÖNNTE (engineered != produziert. Daher zwar nicht falsch aber nicht schön). 

German Engineering

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