Motospeed CK666: Chinakracher oder Blindgänger?

Vor ein paar Wochen war plötzlich eine Mail in unserem Posteingang mit der Bitte um einen Test. Kommt nicht oft vor, dass ein Hersteller bei uns für einen Test anklopft, ist aber natürlich gerne gesehen.
Ob sich die zugeschickte Motospeed CK666 Kombi als Kracher entpuppt hat oder vielleicht doch ein Blindgänger war, zeigt der Test.

Lieferung

Geliefert wird das Paket in der typischen Chinafolie, die man von Bestellungen aus dem Ausland eventuell kennt.
Polsterung oder anderer Transportschutz war nicht vorhanden, daher verwundert auch die ein oder andere Macke in der Umverpackung nicht, es war ja auch schließlich ein paar Meter unterwegs zu mir. Aufgrund der günstigen Versandkosten und der dennoch akzeptablen zügigen Lieferzeit sehe ich das aber weniger kritisch.

Das Produkt selbst war ohne jegliche Macken in einer Folie im schlicht gehaltenen Karton gelegen.

 

Lieferumfang

  • Motospeed CK666 Keyboard
  • Motospeed CK666 Maus
  • Kurzanleitung unlesbar und somit ohne Wertung

Das ganze Paket kommt von GearBest inkl. Versand für unter 40€ nach Deutschland. Hier der direkte Link zur getesteten Tastatur.

Im gesamten Test wird der Preis stets berücksichtigt und erst zum Schluss den Referenzgeräten gegenübergestellt! Mir war von Beginn an klar, dass ich keine Realforce auf dem Schreibtisch haben werde und möchte daher auch fair bewerten.

Enthülltes Keyboard und Maus: Motospeed CK666
Enthülltes Keyboard und Maus

Schalter

Die in der Tastatur verbauten Schalter werden auf der Seite als „Mechanical Blue Switches“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um, mir unbekannte, Schalter der Firma „Jixian“. Die von Cherry geklaute schematische Darstellung der Schalter suggeriert schon, dass es sich um taktile Schalter mit Click handelt, also dem Pendant der blauen Cherry-Schalter.


Schon nach den ersten Worten auf der Tastatur komme ich ohne Probleme mit den Schaltern klar. Mit verbundenen Augen würde ich vermutlich nicht mal den Unterschied zu originalen Blues spüren können. Das ist schon mal ein ordentlicher Pluspunkt.

Wie lange das Ganze halten wird können wir natürlich nicht prophezeien.
Wir haben aber ehrlich gesagt auch noch nie die von Cherry angegebenen Tastenanschläge auf Wahrheitsgehalt geprüft 😉

Die Stabis ähneln den Cherry-Stabilisatoren optisch sehr, sind aber technisch anders gebaut. Dies hat zur Folge dass sie einen einfachen Kappentausch wie bei Cherry Stabis ermöglichen aber zugleich das sehr leichtgängige Gefühl von Costar bieten. Das ist für mich genial gelöst und das Beste aus beiden Welten miteinander verbunden.

Standfestigkeit

Während des Transports wird die Tastatur nicht sonderlich auffallen, da das Gewicht mit 790 Gramm geringer als gewöhnlich ausfällt (selbst gewogen).
Durch das geringe Gewicht und die verbauten Füße der Tastatur verrutscht sie etwas schneller als man das von schweren mechanischen Tastaturen gewohnt ist.

Besonderheit der Konstruktion:
Sind die hinteren Standfüße eingeklappt (Tastatur also flach) so befinden sich lediglich an der Vorderseite zwei rutschhemmende Gummiauflagen. Im hinteren Bereich liegt die Tastatur auf dem Kunststoff auf.

Klappt man die Füße auf, wird die Tastatur einiges rutschfester als im flachen Zustand durch die breiten Standfüße mit ausreichend Gummierung. Das hätte man mit einem zweiten Gummistreifen an den hinteren Standfüßen eleganter lösen können.

Verarbeitung

Die im „Floating“ Style gebaute Tastatur ist verblüffend gut verarbeitet.
Die Metallplatte ist rundum ohne jegliche Mängel in der Kunststoff Unterschale eingepasst. Es steht an keiner Stelle über und wirkt deutlich hochwertiger als der Preis vermuten lässt.

Passgenauigkeit des Gehäuse
Passgenauigkeit des Gehäuse

Zur Verbindung der Platte und Unterschale wurden an den sichtbaren Stellen schöne erhöhte Torx Schrauben genutzt.

Torx Schraubenkopf
Torx Schraubenkopf

An den weniger sichtbaren Stellen zwischen den Caps sind normale versenkte Kreuzschrauben verwendet worden. Dies hat den praktischen Hintergrund, dass die Kappen nicht auf den Schraubenköpfen aufschlagen.

Das weiße USB-Kabel (1,5 Meter Länge) ist fest verbaut und lässt sich nicht ohne weiteres wechseln. Es ist mit einem Kabelbinder aus Stoff zusammengelegt und kann damit auch jederzeit wieder für den Transport vorbereitet werden.

USB-Kabel fest verbaut
USB-Kabel fest verbaut

Tastenkappen

Wenig überraschend sind die Kappen der Motospeed CK666 aus ABS mit einer weißen Lackierung. An den beschrifteten Stellen wurde dieser Lack „weggelasert“ um der Hintergrundbeleuchtung Durchlass zu bieten.
Die Oberfläche, sowie die Größe der Kappen ist Standard. Weder rauer noch glatter als andere Keycaps. Sehr angenehm.

Die „Zweitfunktion“ einer Taste ist in einem dunklen Farbton aufgedruckt. Dies ist durch den kleinen Schriftgrad leider nicht sonderlich gut abzulesen.

Beschriftung mit Zweitfunktion
Beschriftung mit Zweitfunktion

Die verwendete Schriftart wirkt verspielt und muss einem wie vieles an der Tastatur selbst gefallen. Da es sich hierbei um Geschmacksache handelt, ist es aus der Wertung ausgenommen.

Praxiseinsatz

Schließt man die Tastatur am Rechner an wird die Zielgruppe schnell definiert. Sehr verspielt beginnt die Tastatur mit einem LED-Feuerwerk von sich überzeugen zu wollen. Das endet dann darin, dass die gesamte Tastatur bunt erleuchtet vor einem zum Einsatz bereit ist.

Treiber oder Software wird für den Einsatz nicht benötigt. Alle Funktionen stehen von Anfang an zur Verfügung und können sofort genutzt werden. Aufgrund der fehlenden Beschreibung in einer Sprache, deren ich mächtig bin, musste ich mir die Funktionen selbst erklären. Ich bitte hier um Verständnis, sollte ich das ein oder andere Feature nicht entdeckt haben.

Beleuchtungsmodi

Ich bin zugegeben kein großer Fan von Beleuchtungen in mechanischen Tastaturen und habe lediglich eine Rapid-i mit zurückgedrehter weißer Beleuchtung im Einsatz. Allerdings muss ich zugeben, dass die Spielereien die in dieser Tastatur verbaut sind schon einen gewissen Aha-Effekt hervorgerufen haben. Ich habe nicht gewusst was inzwischen alles möglich ist an Effekten und dergleichen, daher war ich sehr überrascht. Ähnliche Features kannte ich bislang nur von Ducky und deren Lichtorgel-Modi.

  • Dauerhafte Beleuchtung
  • Pulsierende Beleuchtung (FN+ Pfeil links)
  • Durchlaufen von oben nach unten und wieder hoch mit Nachleuchten (FN + Pfeil rechts 1 mal)
  • Erhellen der gesamten Tastatur von oben nach unten und wieder hoch (FN + Pfeil rechts 2 mal)
  • Lauflicht ala Knight Rider (FN + Pfeil rechts 3 mal)
  • Lauflicht von oben nach unten (FN + Pfeil rechts 4 mal)
  • Lauflicht von außen nach innen und wieder nach außen (FN + Pfeil rechts 5 mal)
  • Diagonale Streifen durchlaufend von links nach rechts und wieder zurück (FN + Pfeil rechts 6 mal)
  • Beleuchtung der Tasten ausgehend von einer gedrückten Taste, ähnlich eines Wassertropfen (FN + Pfeil rechts 7 mal)
  • Beleuchtung einzelner Tastenreihe ausgehend von einer gedrückten Taste (FN + Pfeil rechts 8 mal)
  • Beleuchtung der gesamten Tastenreihe ausgehend von einer gedrückten Taste (FN + Pfeil rechts 9 mal)
  • Nachleuchten der gedrückten Taste (FN + Pfeil rechts 10 mal)
  • Eigene Auswahl an dauerhaft beleuchteten Tasten (FN + Pos1 zum Programmieren, danach FN + 9 zur Auswahl)

Wir wären natürlich nicht der Mecha-Blog, hätten wir hierfür nicht ein eigenes kleines Video gedreht um euch die Beispiele zu verdeutlichen. Sie laufen der aufgezählten Reihenfolge nach durch.

Man bekommt hier also über ein Dutzend verschiedene Beleuchtungsmodi geboten. Wirklich nette Spielerei, wenngleich ich trotz blindem Schreiben kaum mehr die Tasten treffe und sofort abgelenkt werde, feuert die Tastatur mit ihren LEDs direkt zu mir ins Gesicht.
Um den Blendeffekt anzupassen lassen sich die LEDs in 5 Stufen von ‚aus‘ bis ’sehr hell‘ einstellen. Selbst bei Tag ist die Leuchtkraft noch gut vorhanden um die Effekte zu sehen.

Die Motospeed folgt nicht dem RGB-LED-Trend sondern beleuchtet jede der einzelnen Tastenreihen in einer anderen Farbe. Die Ausleuchtung ist ordentlich und ohne Flecken. Durch die Reflektion auf der Platte wird der Effekt der Beleuchtung nochmals verstärkt.

Für Spieler sind ein paar spezielle Profile hinterlegt, welche mit den Kombinationen FN + Zahlenreihe 1-8 ausgewählt werden können. Verwendet man beispielsweise das Profil „LOL“ mit FN + 5, so werden die für das Spiel League of Legends wichtigen Tasten (ESC,^,1,2,3,4,5,6,TAB,q,w,e,r,d,f,g,v,b,CTRL,ALT,Space) beleuchtet. Dies trifft für die Standardbelegung im Spiel vollkommen zu. Wie sehr diese Tasten für andere Spiele passen kann ich leider nicht beurteilen, gehe aber davon aus dass es stimmt. Beim klick auf das Bild öffnet sich ein GIF, welches die Funktion verdeutlicht.

Verschiedene Spielprofile
Verschiedene Spielprofile

Und natürlich auch hier ein Video von der Funktion:

Makros

Die Tastatur bietet keine Möglichkeiten Makros aufzuzeichnen oder abzuspielen.

Zusatztasten + Hotkeys

Die Tastatur verzichtet auf jegliche Zusatztasten (außer FN) und verwendet eine doppelte Belegung vieler Tasten für Hotkeys und Multimediafunktionen.

Maus

Stimmt, da war ja noch was mit der Tastatur im Paket gelegen.
Eine Maus mit Hochglanzoberfläche, die in den gleichen Farben strahlt wie ihr mechanischer Mitspieler. Hochglanz hat hier auch wirklich seinen Namen verdient, denn die Oberfläche glänzt wunderbar, wie man auf den Bildern sehen kann.

Ich benutze eine Steelseries Sensei Raw an meinem Rechner zu Hause. Die Form der mitgelieferten Maus ähnelt sehr der Sensei. Die verbaute Beleuchtung pulsiert dauerhaft in verschiedensten Farben. Wie oder ob man das ausstellen oder umstellen kann, habe ich leider nicht herausgefunden.

Im praktischen Einsatz fand ich die Maus in Ordnung. Keine groben Schnitzer sind mir aufgefallen und ich würde sie wirklich am ehesten mit der Sensei Raw vergleichen. Mausklick ist sowohl im Gefühl als auch in der Lautstärke vergleichbar.
Das Mausrad lässt sich sauber bedienen und es hat einen ordentlichen Mittelklick (finde ich extrem wichtig). Da wir hier aber immer noch auf Mecha-Blog sind, wird dieses Kapitel weder sonderlich in die Wertung eingehen, noch weiter ausgeführt. Ich behandle die Maus als nette Beigabe 🙂

Fazit: Motospeed CK666

Ich habe mich oft schwer damit getan, für Tastaturen wirkliche Empfehlungen auszusprechen. Oftmals spart man im Vergleich zu guten Modellen gerade einmal ein paar Euro und verzichtet dabei auf, mir sehr wichtige, Verarbeitungsqualität.

Dieses Bundle aus mechanischer, beleuchteter, Tastatur mit einer beleuchteten Maus kommt zu euch für unter 40€ nach Hause. Die meisten Gamer geben mehr für ihre Maus ohne Tastatur aus. Doch woher kommt der Preis?

Verarbeitung? NEIN! Definitiv nicht. Ich möchte hier sagen, dass sich die Tastatur mindestens auf dem Niveau einer QPad MK-50 (80€, unbeleuchtet) bewegt.

Qualität? JAIN! Die verbauten Schalter stammen nicht von Cherry. Ob das aber nun so viel schlechter ist oder aber nicht, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Tastenkappen, Feeling allgemein lassen jedoch nicht auf schlechte Qualität schließen.

Features? JAIN! Die vielen Varianten der verbauten Beleuchtung sind witzig, mehr aber auch nicht. Ich glaube kaum, dass man sich mehr als drei mal daran erfreuen kann zwischen den Modi zu wechseln. Wirklich fehlen tut nichts. Wirklich viel an Features Vorhandensein aber auch nicht. Also ein Mittelding.

Optik? JA! Die Optik der Kombo ist wohl Geschmacksache. Die günstige Ausstattung für einen jungen Gamer könnte ich mir genau so vorstellen. Das soll jetzt nicht negativ werten, denn es ist erstaunlich wie viel Produkt man für das Geld bekommt.

Kurz: Wer mit der Beleuchtung klar kommt, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Wen die Beleuchtung stört kann sie ausschalten und erhält mit der Motospeed CK666 immer noch eine solide Tastatur in relativ schlichter Optik (abgesehen vom Font der Caps). Die Beleuchtung der Maus bleibt dabei leider außen vor und bleibt dauerhaft pulsierend.

Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich beim gesamten Team von GearBest für das Bereitstellen der Kombi!

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2 Gedanken zu “Motospeed CK666: Chinakracher oder Blindgänger?

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