Recap: Mechanicon 2016 in Darmstadt

Jede Menge Tastaturen, Nerds und Pizza – meine Eindrücke der Mechanicon Darmstadt für den Mecha-Blog.

Mechanicon Time

untitled-4-of-4Samstagmorgen, 06:30 – der Wecker klingelt. It’s hammer Mechanicon time. Für die Anreise aus Tübingen muss der Schlaf etwas gekürzt werden. Trotzdem geht es einigermaßen frisch und mit meinem HHKB Type-S im Gepäck auf zum Fernbus in Richtung Darmstadt. Die Fahrt verläuft entspannt. Stau gibt es zum Glück keinen, so dass ich gegen 11:30 ankomme. Bei dieser Gelegenheit besuche ich gleich noch einen Freund aus Darmstadt, der mich nach einem kurzen Gespräch über mechanische Tastaturen und die Mechanicon schlicht für wahnsinnig erklärt.

Eine kleine Stadtführung später ist es dann endlich 15:30. Ich marschiere mit Rucksack und Regenjacke zum Treffpunkt. Schon vor 16:00 Uhr sind bereits einige Mecha-Nerds am Aufbauen ihrer Tastaturen. Aufgeregt packe ich mein HHKB aus, beschrifte eine Karteikarte mit „HHKB Type S, 45g Topre“ und stelle das gute Stück zu seinen neuen Freunden. Wenn man genau hinhört, kann man es schnurren hören.

Die offizielle Begrüßung hat noch nicht stattgefunden und so schlendere ich etwas orientierungslos aber neugierig umher. Schon jetzt gibt es jede Menge zu entdecken: Ich tippe auf einer Royal Kludge mit 55g Topre-Klonen, auf 67g Zealios und Ergo-Clears, auf Granite und diversen SA-Kappen, auf einer Model M und einer Model-F SSK, auf einem Uniqey-Keyboard und auf einigen Switch-Testern. Das Whitefox-Keyboard, die vielen Retro-Boards, die ich in meinem jugendlichen Unwissen gar nicht alle zu benennen weiß und viele der anderen Tastaturen werden nach und nach reingetragen – von einigen sogar kistenweise.

Pizza Time

Zum Testen aufgestellt.
Zum Testen auf der Mechanicon aufgestellt.

Ich entdecke schließlich die Namensschilder und suche meines aus dem Häufchen. Dann geht es los. Nach der freundlichen Begrüßung der Organisatoren ist das Probetippen also offiziell eröffnet. Die Lokalitäten werden durch die Masse an tastaturfreudigen Besuchern bis an ihre Grenzen ausgenutzt. Immer mehr Sitz- und Ablageflächen werden mit Mechas übersäht. Die Raumtemperatur steigt, mit der Luftqualität verhält es sich genau gegenteilig. Gelegentliche Pausen an der frischen Luft vor der Tür sind hier sehr wohltuend.

Nachdem ich mich also auch noch durch zig andere Tastaturen getippt habe, kommen die Pizzen. Mehr als ein halbes Dutzend haben ihren Weg ins ab+zu gefunden – darunter auch einige vollständig vegane. Vor dem Essen nochmal der Hinweis, der auch zu Beginn schon mit Nachdruck gegeben wurde: Keine Mechas mit fettigen Fingern anfassen! Bei der überaus leckeren Pizza fällt es nicht schwer, sich für kurze Zeit von den Schätzen fernzuhalten.

Wooting Time

Auch eher exotische Schalter wie die weißen Alps waren anzutreffen.
Auch eher exotische Schalter wie die weißen Alps waren anzutreffen.

Jetzt sind die Jungs von Wooting mit ihrer selbstentwickelten und auf Kickstarter erfolgreich finanzierten Tastatur an der Reihe. In einer überaus sympathischen und entspannten Kurzpräsentation stellen die beiden Niederländer ihr Projekt der versammelten Nerd-Mannschaft vor. Der Clou am Wooting Keyboard: Die eigens dafür entwickelten Schalter übersetzen in Spielen die Betätigung der Schalter graduell in analoge Eingaben. Dazu wird ein Xbox-Controller emuliert. So kann beispielsweise in Rennspielen – welcher Mecha-Nerd spielt sie nicht leidenschaftlich mit Maus und Tastatur? – leicht und sanft gelenkt werden, indem die Tasten nur wenige Milimeter gedrückt werden. Eine scharfe Lenkung erreicht man hingegen, wenn ordentlich in die Tasten gehauen und der Schalter also ganz durchgedrückt wird.

Dadurch, dass im Schalter kein Goldplättchen sondern ein optischer Sensor das Drücken der Taste erfasst, soll außerdem der Verschleiß im Vergleich zu herkömmlichen Cherry-MX-Schaltern geringer ausfallen. Ganze 100 Millionen Anschläge könne ein Schalter so durchhalten. Eine äußerst spannende Technologie – wenn sie sinnvoll in Spielen eingesetzt werden kann. Mit 140€ schlägt das bisher nur als TKL-Version in US-ANSI erhältliche Wooting-Keyboard im Floating-Keys-Stil aber auch nicht mit astronomisch hohen Preisen zu Buche, wenn man bedenkt, dass es sich hier um mehr oder weniger revolutionäre Schalter handelt. Nach der erfolgreichen Schwarmfinanzierung stehen mittlerweile schon über 1000 Vorbesteller auf den Listen der Niederländer. Jetzt gilt es, ein qualitativ hochwertiges und funktionales Produkt abzuliefern. Danach könne man auch über andere Formfaktoren wie 60% oder 100% nachdenken, erklärten die Jungs. Ich wünsche ihnen ganz viel Erfolg!

Thank You Time

Nerds in iherer natürlichen Umgebung.
Nerds in iherer natürlichen Umgebung.

Als ob Mechas und Pizzen nicht schon genug wären gab es zum Abschluss noch eine riesige Verlosungs-Orgie. Kappen, Artisans, Tastaturen, Schalter, Gutscheine – die Sponsoren der Mechanicon 2016 sparten nicht an materieller Unterstützung. WASD Keyboards, The Keyboard Company, Max Keyboard, CoolerMaster, mechboards, Hotkeysproject, Clueboard, 1UP Keyboards, Vortex, GMK/Uniqey, getDigital und ein generöser Reddit-User haben alle Goodies und Geschenke zur Verfügung gestellt. Dank quäntchen + glück durften wir uns in einer äußerst sympathischen Location treffen. Das Highlight: Ein winzig kleiner Fernseher mit NES und N64.

Das Treffen hat wirklich wahnsinnigen Spaß gemacht. So viele Mecha-Nerds auf einem Haufen! Natürlich haben mir die ein oder anderen Schalter und Tastenkappen beim Ausprobieren vor Ort so gut gefallen, dass meine Mecha-Ausgaben in den nächsten Monaten wohl wieder drastisch steigen werden. Das halte ich den Veranstaltern, Helfern, Teilnehmern und Sponsoren aber natürlich nicht vor.

An dieser Stelle daher nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! Ich hoffe stark, dass wir uns nächstes Jahr zur zweiten Mechanicon wiedersehen werden.

8 Gedanken zu “Recap: Mechanicon 2016 in Darmstadt

  1. Bitte ausbessern: Die Firma heißt nicht Wootan (wird hier wohl mit dem Nutzer Wodan verwechselt)
    sondern Wooting.

    Grüße vom karod3

    • Ich war dort und kann den positiven Bericht von Tyrosh bestätigen.
      Es war eine tolle Gelegenheit mal alle Schaltertypen quer Beet zu testen.
      Das ein oder andere Gespräch war sehr interessant.
      Die Organisation war gut, es gab sogar kostenlos Pizza (wobei man sich da gerne mit einer kleinen Spende bedankt hat).

      Ich fand, die Größe der Location gerade noch so ausreichend. Mit 50+ Leuten war es gerade noch ok. Teils etwas eng um die Tische herum. Ich denke da die Veranstalter nicht mit 50 sondern eher 15 Leuten gerechnet haben ist das verständlich. (war ja auch das erste mal).

      • Das stimmt, mehr Leute hätten nicht mehr reingepasst. Mich hat es sehr gefreut zu lesen, dass fast die gesamten Ausgaben für die Pizza durch die Spenden gedeckt werden konnten!

  2. Hi, Danke für den ausführlichen Bericht! Es freut uns, dass es dir genau so gut wie uns gefallen hat!

    • Danke an der Stelle nochmal fürs Organisieren! Ich habe mich vor Ort um ein paar Videoaufnahmen bemüht, die ich in den kommenden Tagen zu einem kurzen Impressionen-Video zusammenschneiden werde. 😀

  3. Ich war zwar nicht dort, hab allerdings den kurzen Clip gesehen und muss sagen, dass ich es spitze finde, dass die Orga sogar vegane Pizza angeboten hat. Nicht nur vegetarisch, nein vegan … haben echt an alles bzw alle gedacht =)

    Die Tastaturen fand ich eigentlich Nebensache, beim nächsten mal würde ich wohl ausschließlich wegen der Pizza hingehen …

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