Mecha-Blog auf der Gamescom 2015: Teil 2

Dies ist der zweite Teil unseres Berichts über die Gamescom 2015. Diesmal liegt der Fokus auf der Hardware und damit erfahrt ihr endlich auch etwas über mechanische Tastaturen auf der Messe.

Teil 1, der sich mit Spielen beschäftigt, findet ihr übrigens hier.

Mechanische Tastaturen

Klar dürfen im Bereich Gaming-Peripherie auch mechanische Tastaturen nicht fehlen. Immerhin gab es also auch auf der Gamescom 2015 ein paar Stände, die sich diesem Thema widmeten.

Corsair

Corsair stellte in Zusammenarbeit mit Cherry (die sich ja schon in der Zeitexklusivität der MX-RGB-Schalter niederschlug) die Corsair Strafe RGB Silent (UVP 160$) mit den neuen Cherry MX Silent vor. Diese sollen sowohl das Geräusch beim Bottom-Out (vgl. O-Ringe) als auch das beim Wieder-nach-oben-Schnellen mit einem Zwei-Komponenten-Stößel (d.h. mit eingespritzten Weichteilen, keine Clips) dämpfen. Diese sind für sechs Monate exklusiv Corsair vorbehalten.
Die Strafe RGB (UVP 150$) ist im Prinzip mit RGB-Beleuchtung (transparente Gehäuse der Schalter) und der abnehmbaren Handballenauflage identisch, verzichtet aber auf die neuen Dämpfer.

Für das Einstellen der RGB-Beleuchtung existiert eine neue Version der Software „CUE“ (Corsair Utility Engine), die einfachere Bedienung und mehr Optionen ermöglichen soll.

Tesoro

Tesoro mit floating keys.
Tesoro mit floating keys.

Tesoro zeigte neben der bekannten Excalibur Spectrum auch eine noch nicht in Deutschland erhältliche RGB-Tastatur mit floating keys, die offenbar noch nicht mal einen Namen hat. Sie setzt auf Kailh-Schalter, wie immer mehr Produkte von Tesoro. Das Gewicht kam mir recht gering vor; sie soll laut Aussagen von Mitarbeitern von Tesoro Deutschland „sehr günstig für RGB“ sein.

Tesoro Harpe
Tesoro Harpe.

Einen Blick war auch die Tesoro Harpe wert, welche im kompakten 100%-Layout an die Raptor K1 erinnert.

Cougar

Cougar Attack X3
Cougar Attack X3.

Von Cougar gab es am Stand von Caseking das Attack X3 Keyboard zu sehen, eine mechanische Tastatur mit floating keys. Hier werden echte Cherry-MX-Schalter und eine Aluminiumoberfläche verbaut. Anfassen oder gar Probetippen konnte man leider nicht.

Andere Hardware

Zum Zocken kann man natürlich nicht nur Tastaturen brauchen. Hier noch einige Impressionen zu anderer Hardware:

DragonBox Pyra

Vermutlich nicht-mechanische IBM-Tastatur für King's Quest in einem Schaukasten des Retro-Stands.
IBM-Tastatur für King’s Quest in einem Schaukasten des Retro-Stands.

Im sehr interessanten Retro-Gaming-Bereich konnte man die Entwickler von DragonBox treffen, die ihr aktuelles Projekt Pyra vorstellten. Noch ist das Gehäuse ein Prototyp aus einem 3D-Drucker, aber der geneigte Besucher kann schon an einem Developer-Board spielen.
Der Nachfolger der OpenPandora bietet einen ARM-Dualcore, einen 720p-Touchscreen, eine hintergrundbeleuchtete QWERTY-Tastatur, zwei SDXC-Slots, zwei Analogsticks, ein D-Pad, vier Schultertasten und sechs weitere Tasten. Optional gibt es auch ein 3G/4G-Funkmodul.
Auf der portablen Konsole läuft ein Standard-Debian-Linux mit angepassten Treibern. Die Pyra ist schnell genug für die Emulation von Dreamcast- und PSP-Spielen, dazu laufen etliche PC- bzw. Linux-Games. LibreOffice o.ä. usw. kann natürlich auch auf dem Gerät betrieben werden.

Prototyp der Pyra aus dem 3D-Drucker.
Prototyp der Pyra aus dem 3D-Drucker.

Einschätzung: Eine engagierte Community mit einem faszinierenden Projekt. Mit der OpenPandora haben sie schon bewiesen, dass sie so einen Aufwand erfolgreich stemmen können.
Aufgrund der Fertigungskosten wird der Preis aber um die 500€ liegen – zu hoch für den Massenmarkt.

Xbox Elite Wireless Controller

Spezial-D-Pad zum zehnjährigen Jubiläum von Forza für den Elite Controller.
Spezial-D-Pad zum zehnjährigen Jubiläum von Forza für den Elite Controller.

Der Elite Wireless Controller für die Xbox One bringt etliche Einstellmöglichkeiten: zwei Arten von Metall-D-Pads, drei Sorten von Analogsticks (verschiedene Wölbung bzw. Länge), kurzer und langer Schaltweg für die Trigger und vier abnehmbare Schaltwippen für die Unterseite.
Dazu wird noch eine App kommen, bei der Software-Einstellungen möglich sind (wie z.B. Kalibrierung der Deadzone, Einstellen der Rumble-Stärke). Er bietet aber leider keine IR-Funktionalität für Kinect-Tracking und automatisches Pairing.
Im Gespräch mit einem der Entwickler wurde der betriebene Aufwand deutlich, das Ziel zu erreichen, den besten Controller überhaupt auf den Markt zu bringen. Anwesende Spieler fanden ihn jedenfalls besser als das Konkurrenzprodukt von Scuff.

Unterseite des D-Pads.
Unterseite des D-Pads.

Mir persönlich lag er sehr gut in der Hand, die gummierte Oberfläche bietet besseren Grip als der Standard-Controller. Die Schaltwippen sind gerade für Rennspiele ein Gewinn. Über micro-USB oder mit dem später dieses Jahr erscheinenden Wireless-USB-Adapter für PC kann der Elite Controller auch wie gewohnt am Computer betrieben werden.
Unverständlich: leider wird kein Play&Charge-Akku mitgeliefert, dieser muss weiterhin extra erworben werden.

Eindruck: Sehr gut, aber mit 150€ teuer. Der Xbox Elite Wireless Controller ist quasi die Mecha unter den Controllern – wollt ihr einen Test auf Mecha-Blog.de? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

VRoggles

Neben den bekannten Kandidaten Oculus Rift, Samsung GearVR, Sony Morpheus und HTC Vive gab es auch z.B. VRoggles, die ein Konzept in Anlehnung an die Google Cardboards verfolgen. Dabei wird für Anwendungen in den Bereichen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) einfach ein Smartphone mit möglichst hochauflösendem Display in eine Brille/Halterung aus Karton mit zwei Linsen gesteckt. Hierfür gibt es etliche Apps für Android und auch iOS, Windows Phone hängt noch etwas hinterher.

Die World of VR GmbH, die hinter den VRoggles steht, bietet aber auch – und das fand ich spannender – Business-Produkte an. So kann man z.B. Wartungscrews von Offshore-Windkraftanlagen bei der Ausbildung mit VR und bei der Wartung selbst mit AR unterstützen um Zeit zu sparen und Fehler zu vermeiden.

Maxnomic

Ein guter Sitz gehört auch zur Ergonomie am Arbeits- bzw. Spielplatz. Der Hersteller Need for Seat sponsort u.a. die Sessel der ESL und hatte mit seiner Marke Maxnomic auch einen Stand auf der Gamescom 2015.
Die Stühle sollen sowohl für den Gaming- als auch den Büroeinsatz gedacht sein. Sie sind in vier verschiedenen Größen und etlichen Farbvarianten erhältlich. Eigene Logos kann man aber leider erst ab einer Mindestbestellmenge von zehn Stück aufsticken lassen, wobei der Preis um 100€ pro Stück steigt.

Einschätzung: Die Sitze gefielen mir gut bis sehr gut. Perfekt zum Spielen (wenn man denn mal sitzen durfte) und auch super zum Ausruhen am Herstellerstand nach einem langen Messetag – hier fehlte aber noch die ausklappbare Fußstütze 😉
Für den Privathaushalt sind die Produkte nicht gerade günstig (ab 299€), aber im Bereich einstellbare Bürostühle dann doch nicht wirklich teuer.

Fazit: Gamescom 2015

Auch auf den Fluren herrschte regelmäßiges Gedränge.
Auch auf den Fluren herrschte regelmäßiges Gedränge.

Spannende aber auch anstrengende Tage liegen hinter mir. Die Wartezeiten hielten sich in Grenzen – man kann also auch spielen, ohne stundenlang zu stehen, nur klappt das nicht ganz bei jedem Spiel.
Man sieht viele Neuheiten, aber auch etliche Trailer, die spätestens nach der Messe viel bequemer im Internet zu finden sind. Meiner Meinung nach gehören die Indie-Stände immer zu denen, die es am meisten wert sind besucht zu werden, denn dort entdeckt man so mache Perle, die man sonst vielleicht übersehen hätte.
Schlussendlich bin ich aber ehrlich gesagt froh, wieder daheim zu sein und nicht jeden Tag etliche Kilometer durch laute und volle Hallen laufen zu müssen.

Doch eines ist sicher: Auf die Gamescom 2015 folgt die Gamescom 2016 (17.-21.08.).

 

4 Gedanken zu „Mecha-Blog auf der Gamescom 2015: Teil 2“

  1. Danke für den Bericht. Und ja, auch wenn es hier eher um mechas geht, so würde ich mich persönlich doch über einen Test des Elite Controllers freuen. Da ich doch überlege ob er meinen 360er ersetzen kann, wenn er denn mal billiger wird.

    Danke nochmals! 🙂

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    • Bericht: sehr gerne 😉

      Nach einer „Umfrage“ unter Mecha-Bloggern darfst du sogar ziemlich sicher mit einem Test des Xbox Elite Controllers rechnen. Ein paar spielen mit dem Gedanken, eben einen zu erwerben.

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