Mecha-Blog auf der Gamescom 2015: Teil 1

Die Gamescom 2015 ist vorbei und ich bin wieder heil nach hause zurückgekehrt.
Über Neuigkeiten im Bereich Spiele und andere interessante Dinge auf der Messe informiert euch dieser Artikel (Teil 1).

Gamescom 2015

Schild auf dem Freigelände.
Schild auf dem Freigelände der Gamescom 2015.

Die Gamescom in Köln ist die größte Videospielmesse: Etwa 345.000 Besucher und damit mehr als je zuvor machten sich 2015 auf den Weg, um neue Spiele anzuspielen, Trailer zu sehen, T-Shirts zu fangen und in Schlangen zu stehen.
Ich war für Mecha-Blog vor Ort und habe hier einige interessante Eindrücke zusammengestellt.

Spiele

Da sowohl Redakteure als auch Leser von Mecha-Blog.de von Herzen Gamer sind, beschäftigt sich Teil 1 dieses zweigeteilten Beitrags mit interessanten Spielen. Hardware diskutieren wir dann im zweiten Teil.

Wie jedes Jahr einer der besten Stände: die Indie-Bude. Hier gibt es viele coole Titel, nette Gespräche mit coolen Entwicklern und das alles bei keiner bis kaum Wartezeit.
Und immer meine Frage: „Kommt es auch DRM-frei zu GOG?“ Und immerhin, fast jeder Independent-Entwickler ist an dieser Plattform sehr interessiert, aber nicht alle haben ihren Platz schon gesichert.

Metrico

Einer dieser coolen Indie-Titel ist Metrico (Steam, PS4, Xbox One). In diesem Spiel läuft man ein Level entlang und überwindet Hindernisse.
Langweilig? Nein, überhaupt nicht! Das Thema Statistiken, Diagramme und Graphen (vgl. engl. „metrics“) führt zu einem tollen (leicht abstrakten) Art Design und interessanten Rätseln. Dazu kommt der liebevoll gestaltete Hintergrund, die nette Musik und die Farbwahl. Das Spiel soll insgesamt über sechs Stunden dauern.

Einschätzung: Geheimtipp! Wird sicher toll.

The Masterplan

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Banner von The Masterplan.

Ebenfalls bei den unabhängigen Entwicklern fand sich The Masterplan (Windows, OS X, Linux). Dort steuert man aus der Vogelperspektive einen bis mehrere Mafiosi bei Raubüberfällen auf verschiedene Ziele. Das Design (Comic-Stil) erinnert an Hotline Miami, man geht aber langsamer und planvoller vor, außerdem gibt es mehr Optionen.
Getreu dem Titel ist planmäßiges Vorgehen bei den 20 Missionen Pflicht, denn ansonsten endet die Gangster-Karriere ganz schnell mit ein paar Löchern im virtuellen Körper.

Eindruck: Super. Musik, Stil und Gameplay wirken sehr stimmig.

Retro Invasion

Sozusagen einen Sneak Peak gab es in der Indie Arena Booth zu Retro Invasion in Form eines Trailers. Die Entwickler waren auf der Messe sehr gespannt auf Feedback und haben das Spiel auch auf Steam Greenlight gestellt.
Bei Retro Invasion gibt es zwei Helden mit spezifischen Fähigkeiten und Schwächen: den Retro-Nahkämpfer Rick angelehnt an Mario & Co. und den modernen Fernkämpfer Mike á la Gordon Freeman. Gameplay, Design und Musik bestehen aus der Kollision und der Fusion von „alt“ und „neu“, 2D und 3D usw.

Erster Eindruck: Das Konzept klingt spannend und spaßig. Könnte sehr unterhaltsam werden. Ich habe jedenfalls auf Greenlight für die Entwickler gestimmt.

The Feud

Im Western-Setting ist The Feud angesiedelt. Das rundenbasierte Taktik-Spiel bietet entwickelbare Charaktere und etliche verschiedene Gegenstände (z.B. Waffen). Als Karten stehen u.a. Berge, Sümpfe, Wüsten und Wälder zur Verfügung. Zusätzlich existieren auch noch sog. „Shootouts“, also Duelle mit Schießeisen.
Neben dem Story-Modus soll es zwei weitere Spielmodi geben. Als Demo konnte man einen Kampf mehrere Cowboys und -girls gegen überfallende Banditen spielen.

Eindruck: Freunde des Genres kommen bestimmt auf ihre Kosten. Der Spielumfang ist leider etwas unklar.

The Flame in the Flood

Bei ID@Xbox gab es einen Titel, der mich sofort ansprang: The Flame in the Flood.
Hier handelt es sich um ein Survival-Adventure, welches für Windows, OS X und Xboy One erscheint – und in dem man nur ein Leben hat. Große Gefahr in der prozedural generierten Welt ist der Regen, aber auch Tiere und das Reisen auf dem Fluss per Floß sind nicht ohne. Die Grafik im stimmungs- und liebevollen Comicstil harmoniert hervorragend mit dem Soundtrack.

Eindruck: Ich will mehr! Ein sehr spannender Titel.

Rare Replay

Bei den Xbox-Buden fand sich auch die Spielesammlung Rare Replay zum 30-jährigen Jubiläum des Entwicklerstudios Rare mit 30 Titeln, wobei wegen lizenzrechtlicher Gründe leider z.B. GoldenEye fehlt. Enthalten sind aber Legenden wie Battletoads, Perfect Dark und Conker’s Bad Fur Day.
Die Wartezeit war kurz, der Spielspaß hingegen groß. Es waren übrigens auch Entwickler persönlich zugegen und freuten sich über Feedback der Spieler.

Fazit: Für 30€ (UVP) kann man da als Xbox-One-Spieler wenig falsch machen. Daumen hoch!

Forza Motorsport 6

Der neue Ford GT.
Der neue Ford GT.

Ein großer Titel, der am 18. September 2015 exklusiv für die Xbox One erscheint, ist Forza Motorsport 6 von Turn 10. Über das Rennspiel ist ja ohnehin schon viel bekannt, wie z.B. dass nun 24 Autos auf einer Strecke unterwegs sein können, es über 450 verschiedene Autos zum Launch gibt oder dass man Nacht- und Regenrennen fahren wird.
Die mit Echtgeld kaufbare Ingame-Währung „Tokens“ aus dem Vorgänger wird es laut Entwickler nicht mehr geben, Auto-DLCs sind bereits angekündigt.

Anspieleindruck: Besser als Forza Motorsport 5. Für jeden Fan sowieso ein Muss, wird sicher eines der besten Rennspiele.
Wer es jedoch arcadiger mag, ist bei Forza Horizon 2 aus dem September 2014 besser aufgehoben.

Quantum Break

Quantum Break von Remedy (Max Payne, Alan Wake) erscheint am 5. April 2016 exklusiv für die Xbox One. Es handelt sich um einen 3rd-Person-Shooter mit zusätzlichen Elementen, da ja laut Story die Zeit zusammenbricht. Nach jeweils einer Episode gibt es (überspringbare) Live-Action-Sequenzen aus Sicht der Antagonisten, um die Geschichte von der anderen Seite zu zeigen.
In einer 20-minütigen Demo (Remedy wurde dieses Jahr 20) wurden neue Gameplay-Szenen sowie erstmals Ausschnitte aus der Serie mit echten Schauspielern gezeigt. Zudem wurde demonstriert, wie sich Entscheidungen des Spielers auf Story und Spielweise auswirken: jedenfalls nicht insignifikant.

Quantum Break ist für mich einer der am heißesten erwarteten Titel überhaupt. Je mehr Remedy zeigt, desto positiver wird mein Eindruck.

Cuphead

Plakat von Cuphead.
Plakat von Cuphead.

Dieses Game hat schon seit der Präsentation auf der E3 seine Fans – seit der Gamescom gehöre ich auch dazu: Cuphead ist im Cartoon-Stil der 1930er gehalten. Es erscheint 2016 auf Xbox und Steam.
Die Eigenbeschreibung „Run & Gun“ trifft das Gameplay ziemlich genau. Es gibt einfallsreiche Bosskämpfe, die man im Rahmen der Aufträge des Teufels erfüllen muss – schließlich hat Cuphead beim Würfeln gegen diesen verloren – und auch einen Zwei-Spieler-Koop.

Eindruck: Cuphead wird kein leichtes Spiel, wenn man sich am visuellen Stil erfreuen kann aber sicher ein sehr unterhaltsames.

Hitman

Das neue Spiel rund um Agent 47 heißt einfach nur Hitman und wurde von Square Enix mit ein paar Ingame-Szenen und dem Trailer für den zweiten Hitman-Kinofilm vorgestellt.
Es soll keine kostenpflichtigen DLCs geben und die Aufträge sollen u.a. dank großer Areale und vielen, vielen Waffen große Freiheiten bieten. Weiterhin gibt es mehr „voll simulierte“ AI-Menschen als bei Hitman: Absolution.

Das immer noch leicht unklare Online-Konzept und die insgesamt eher mäßige Präsentation zusammen mit der nicht beeindruckenden Grafik bringen mich jedoch zur Haltung: abwarten.

Call of Duty: Black Ops III

Beim offiziellen Stand von Activison für CoD:BO3 musste man sehr lange warten. Zum Glück bot sich auch am Stand von Nvidia die Gelgenheit, das neue Call of Duty anzuspielen – mit wesentlich geringerer Wartezeit. Dort gab es dann zwei Runden Team Deatmatch.
Tja, was soll man noch dazu sagen? Auf den vorhandenen Systemen (2x GTX980Ti, 4k-Bildschirm) lief es flüssig und sah – bis auf ein paar Texturen – ganz ansprechend aus. Ansonsten ist es für mich einfach ein CoD. Nichts wirklich neues.

Rainbow Six: Siege

Das neue Rainbow Six kommt für PC, Xbox One und PS4. Das Spiel hat keine lineare Story, bietet aber inhaltlich zusammenhängende Missionen mit Hintergrundgeschichte. Als Mitglied einer Antiterroreinheit kämpft man gegen, nun ja, Terroristen. Und das online im Team oder wahlweise alleine – entweder gegen von anderen Spielern oder vom Computer gesteuerte Gegner.

Die Demo-Mission zu fünft eine Botschaft von Terroristen und zwei Bomben säubern zu müssen war auch beim dritten Mal unterhaltsam und spannend.

In der Uplay Lounge beim Gespräch mit Animation Director Scott Mitchell wurde auch grundsätzlich bestätigt, dass es DLCs geben wird, z.B. zusätzliche Missionen. Wie diese sich dann aber genau ausgestalten, ist nicht bekannt.
Da auf Flyern schon das Vorbestellen der „Art of Siege“-Edition beworben wird, bei der ein goldener Waffenskin enthalten ist, besteht immer noch die Hoffnung, dass Ubisoft immerhin bei funktionalen DLCs und Gegenständen etwas zurückhaltender sein wird als z.B. bei Assassin’s Creed Unity – dort hatten sie ja kräftig übertrieben (um alle existierenden Missionen spielen zu können hätte man mehrere Editionen erwerben müssen).

Einschätzung: Werde ich im Auge behalten. Könnte definitiv was werden, v.a. wenn man auf taktischen Anspruch steht.

Sonstiges

Am Schluss möchte ich noch etwas erwähnen, das weder in die Kategorie „Spiel“ noch in die „Hardware“-Sparte fällt: Den Stand von Cryptoparty.
Hier versuchten technisch Versierte und Aktivisten, Besucher auf die Gefahren für die Privatsphäre im Internet aufmerksam zu machen und Lösungen zu präsentieren. Angesprochene Punkte waren z.B. sichere Messenger (wie Textsecure), der TOR-Browser und E-Mail-Verschlüsselung per S/MIME bzw. PGP.
Auf Cryptopartys wird jedem gerne geholfen die richtige Lösung zu finden und diese einzurichten. Sehr sinnvolle Veranstaltungen, wie ich finde.

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