Gamescom 2016 – Teil 1: Big Players

Am Donnerstag, den 18. August, öffnete die Gamescom 2016 für die Allgemeinheit.

"Overdrive Sunset" ist eine tolle Schriftart. Und auf der Gamescom vor 2 Jahren war das Spiel Sunset Overdrive in Hit. Was hat die Gamescom 2016 zu bieten?
„Overdrive Sunset“ ist eine tolle Schriftart. Und auf der Gamescom vor 2 Jahren war das Spiel Sunset Overdrive ein Hit.

Was ist alles geboten? Ich war für euch auf der Messe in Köln.

Im ersten von drei Sonderbeiträgen geht es um große Spiele wie Battlefield 1, Forza Horizon 3 und Watch Dogs 2.

Natürlich kann man sich auf einer Messe wie der Gamescom nur einen recht kurzen Eindruck vom jeweiligen Spiel machen, und ein Bericht darüber kann keinen vollen Test ersetzen.
Dennoch ist es eine interessante Gelegenheit in besonderer Atmosphäre die neuesten Spiele kennenzulernen und so herauszufinden, welche einen am meisten begeistern.

Battlefield 1

Über 5 Stunden standen manche für den neuesten Titel von DICE und EA an.
Getestet werden konnte am einen Stand die Map St. Quentin (Westfront) und am anderen Sinai Desert, beides mal im Spielmodus Conquest mit 32 gegen 32 Spielern. Hatte man einen entsprechenden Termin in der Business Area war auch noch der Rush-Modus anspielbar.

Das Gameplay ist langsamer als befürchtet, aber trotzdem ziemlich flott. Die Waffenauswahl wird sehr groß werden, der übersichtliche spielbare Teil wird noch kräftig erweitert. Realismus wird streckenweise dem Spielspaß geopfert.

BF1 auf der Gamescom Köln
BF1 auf der Gamescom Köln

Teamplay ist vor allem in der eigenen Squad sehr wichtig, denn nur durch Zusammenarbeit die strategischen Punkte erobert bzw. verteidigt werden. Auch beim Bedienen von Panzern und anderen Fahrzeugen ist Koordination wichtig, ganz besonders bei den riesigen Behemoths (bisher bekannt: Luftschiff und Panzerzug).
Flugzeuge in den drei Varianten Attack Plane, Bomber und Fighter waren ebenfalls spielbar, mit dem Controller fand ich so einen Jagdflieger viel besser steuerbar als mit der Maus.

Grafisch macht das Spiel auf den 4K-Bildschirmen der Demo auch einiges her, zerstörbare Gebäude und dynamische Bombenkrater sehen dabei nicht nur nett aus, sondern helfen auch der Abwechslung. Die Waffensounds sind hervorragend.
Die beiden gezeigten Karten sind ziemlich groß und bieten etliche Wege zum Ziel.

Battlefield 1 ist das erste Battlefield seit langem, das mich anspricht. Das liegt vor allem am zeitlichen Setting im Ersten Weltkrieg, aber auch an der Umsetzung, die insgesamt einen sehr guten Eindruck machte.

Civilization VI

Immer noch unter dem Label „Sid Meier’s“ läuft der sechste Teil (Beyond Earth nicht mitgezählt) der bekannten Rundenstrategie-Reihe Civilization von Firaxis. Publisher ist 2K.

Es kommen immer noch hexagonale Felder wie seit Civ V zum Einsatz. Für Freude sorgte auch die Ankündigung, dass Christopher Tin, der mit Baba Yetu, dem Titellied von Civ 4, einen Grammy gewann, den Titelsong für Civ VI geschrieben hat.

Selbstverständlich gibt es einige Änderungen.
Einen großen Unterschied macht, dass Städte nun nicht mehr ‚gestapelt‘ sind, sondern für bestimmte Bauwerke/Distrikte ein anliegendes Hexagon belegt wird. Dadurch muss man sich genau überlegen, wo was gebaut werden soll, weil es verschiedene ortsbezogene Boni gibt und ein Distrikt (z.B. für Wissenschaft oder Militär) nicht einfach verschoben oder überbaut werden kann. Die Expansion eines Reiches erfordert so mehr Planung und Vorausschau als vorher.
Das Forschungssystem und der Technologiebaum wurden ebenso überarbeitet wie das Religionssystem. In Civilization VI kann der Spieler bei der Gründung einer Religion entweder aus vorgefertigten Vorschlägen wählen oder selbst aus verschiedenen Eigenschaften einen eigenen Glauben zusammenstellen.

Zur Gamescom 2016 stellte Firaxis einen neuen Anführer mit einer Nation in Civ VI vor, der eigene Boni für Einheiten, Städte und Forschung besitzt: Friedrich Barbarossa.
Als spezieller Distrikt für deutsche Städte gehört dazu die Hanse, als Spezialeinheit gibt es das U-Boot.

Die optische Gestaltung ist etwas bunter und comic-hafter, aber schön anzusehen und auch recht übersichtsfreundlich.
Leider kann man die Weltkarte nicht wie bei Civ 4 zum Globus herauszoomen, sondern die Karte bleibt flach.

In etwa 15 Minuten Spielzeit kam richtiger Civ-Flair auf, ich hätte eigentlich noch Stunden weiter spielen können. Insofern scheint ja schon mal alles richtig zu laufen.
Kritikpunkte hatte ich am User Interface (UI), welches allerdings laut anwesender Mitarbeiter noch überhaupt nicht final sei und definitiv noch stark verbessert werde.

Dishonored 2 und Prey

Am großen Stand von Bethesda gab es im Double Feature ein Gameplay-Video zu Dishonored 2 der Arkane Studios zu sehen, gefolgt von einem zum Shooter Prey.
Grafisch und v.a. stimmungsmäßig macht beides einen tollen Eindruck. Mit der Glue Gun und dem Verwandeln in Gegenstände wurden interessante Spielmechaniken in Prey gezeigt, wohingegen das sich ständig wandelnde Haus des Bösewichts in Dishonored 2 durchaus spannend wirkte.

Für ein Urteil zu den Spielen in Bezug auf Story, Gameplay usw. war das auf der hochauflösenden LED-Wand (hell!) gezeigte Material aber keineswegs ausreichend, eher ein Teaser – also mal abwarten.

Forza Horizon 3

Die Entwickler von Playground sind sichtlich stolz auf den dritten Teil der Reihe um das Horizon-Festival, das dieses Mal in Australien mit seinen diversen Landschaften stattfindet.
Dynamische Beleuchtung mit physikbasiertem Rendering kommt zum Einsatz und die Entwickler haben mehrere Tage etliche Terrabytes an Videodaten allein für den Himmel in Down Under gesammelt. Ein anwesender australischer Journalist war geradezu begeistert, wie realistisch Licht und Landschaft von dort im Spiel wiedergegeben werden. Und natürlich regnet es auch mal in Australien.

Die Präsentation bei Microsoft stand unter dem Motto „der Spieler entscheidet“. So kann man in Horizon 3 mit sog. Blueprints eigene Rennen (z.B. mit Festlegung welche Autos) erstellen und fahren, oder solche von Freunden oder den Entwicklern ausprobieren. Storymäßig spielt man in Australien schließlich den Boss des Horizon-Festivals.
Gezeigt wurde dies u.a. im Outback mit einem Nissan 240SX, wobei auch der Lamborghini Centennario zur Auswahl gestanden hätte.

Für Langzeitmotivation sollen die „Forzathon“ genannten zeitlich begrenzten Herausforderungen sorgen, bei deren bestehen der Spieler mit coolen Preisen rechnen soll.
So gibt es z.B. am 14. Oktober den Nissan Silvia S14 und von 28. bis 30. Oktober ein „unglaubliches“ neues Auto, welches aber noch nicht näher spezifiziert wurde.

Wieder mit dabei sind die beliebten Scheunenfunde (barn finds), zudem feiert das Auktionshaus seine Rückkehr. Autoclubs und Car Meets sind ebenso wieder mit von der Partie wie der Online-Freeroam-Modus mit anderen Spielern.
Als neue Fahrzeugklasse wurden uns die Offroad-Buggies gezeigt, also leichte Autos, die über weiche Federungen mit großem Hub verfügen. Auch neu sind die Drift Zones, die die aus dem Vorgänger bekannten Speed Zones und normalen Blitzer ergänzen. Der Fotomodus ist nun eine Drohne mit Kamera, die auch wunderbar zur Erkundung oder zum Finden der Scheunenfunde eingesetzt werden kann.

Die Kampagne kann mit bis zu insgesamt vier Spielern im Koop angegangen werden, wobei man jederzeit aussteigen können soll, ohne dass irgendein Teilnehmer Fortschritte verliert.
Zum selbst organisierten Rennfestival kann man mit einer neuen Mechanik bis zu vier Drivatars von Freunden einladen, nachdem man sie zu einem Rennen herausgefordert und in diesem geschlagen hat. Sobald man sie eingeladen hat, erfahren sie für einen auch Credits.

Forza Horizon 3 erscheint am 27. September 2016 und unterstützt Crossplay zwischen Windows 10 und Xbox One sowie Play Anywhere (d.h. kauft man das Spiel digital im Windows Store hat man es automatisch auch auf der Xbox und umgekehrt).
Das Rennspiel ist einfach ein Horizon, aber mehr als nur eine neue Location. Es verspricht meines Erachtens viele Stunden an Spielspaß.

Gears of War 4

Ebenfalls bei Microsoft zu sehen gab es die neueste Iteration der Shooter-Reihe Gears of War. Diese kommt damit auch auf PCs mit Windows 10 an.

Ich habe es in Halle 8 mit Maus und Tastatur angespielt, die Steuerung war leider etwas schwammig.
Auch schienen Texturen stellenweise nicht besonders hoch aufgelöst, was sich hoffentlich bis zum Release noch bessert.

Positiv war immerhin die Atmosphäre im windigen Tal auf dem Weg zum Ziel der Demo-Mission.

Ghost Recon Wildlands

Bei Ubisoft gab es zum neuen Game mit den Ghosts nach einem krachigen Trailer, der der langsam-taktischen Ausrichtung widerspricht, eine kommentierte Live-Spieldemo mit vier kooperierenden Spielern.
Vorgestellt wurde der „Character Smith“ zum Zusammenstellen der eigenen Figur und der „Weapon Smith“ um eigene Waffen zu gestalten. Betont wurde nochmal der Open-World-Charakter des Spiels.

In der gezeigten Mission (die E3-Demo, nur bei Nacht und leichtem Regen) sollte für den Kampf gegen einen Drogenbaron in Bolivien Informationen von einem Laptop in einer bewachten Basis gestohlen werden.
Dazu schlichen sich zwei Spieler in die Basis, während die zwei übrigen verschiedene Scharfschützenpositionen außerhalb bezogen. Zur Aufklärung wurde eine Drohne zum Markieren der Gegner eingesetzt. Feinde wurden immer wieder zusammen – „synchronisiert“ wie der Sprecher mehrfach betonte – ausgeschaltet. Das ganze erschien ein bisschen erzwungen und artete auch prompt in eine große Schießerei aus, als der Zugriff auf das Laptop einen Alarm auslöste.

Als Fan der alten, sehr taktischen Teile von Ghost Recon bin ich etwas zwiegespalten, ob der am 7. März 2017 erscheinende Neuzugang ein ähnlich spannendes Gefühl mit sich bringen kann oder doch mehr Action-lastig wird.
Zudem ist fraglich, wie gut die künstliche Intelligenz (AI) der Kameraden sein wird, wenn man mal alleine bzw. mit weniger als drei Kumpeln eine Mission angehen möchte.

Gwent

GWENT - Stand von CD Projekt Red
Stand von CD Projekt Red

Mit oft nur einer halben Stunde Wartezeit in der für alle Besucher offenen Entertainment Area der Gamescom 2016 war die Standalone-Version des beliebten Minigames aus Witcher 3 (in der deutschen Version „Gwint“) weit weniger belagert als viele erwartet hatten.

Das Team von CD Projekt Red hat umfangreiche Änderungen vorgenommen, um dem Spiel mehr Tiefe und Abwechslung zu geben. So entstanden viele neue Karten und einige neue Spezialeffekte oder auch die Regeländerung, dass man nun bis zu drei anstatt bisher zwei Karten zurücklegen und neu ziehen kann.
Wichtig ist ihnen auch ein gutes Balancing, damit zwar jede der vier Fraktionen einen eigenen Spielstil hat, aber auch am Ende effektiv gleich stark ist und die Kämpfe fair bleiben.
Das Design der Karten und des Spielbretts hat sich von der Version im Witcher-Spiel weiterentwickelt und ist grafisch aufwendiger – hier wird sich aber bis zum Launch auch noch einiges tun.

Gwent-Tisch und Cosplayer
Gwent-Tisch und Cosplayer

Die Singleplayer-Kampagne mit ca. 10 Stunden Länge findet auf einer offenen Weltkarte im Comicstil statt, in der viele Points of Interest (POIs) zu finden sind, an denen man z.B. besondere Spielkarten erhalten kann. Vom Spieler sollen im Verlauf der Kampagne wieder einmal wichtige Entscheidungen getroffen werden können. Kommt es zu einem Kampf, wird der verbündete Anführer und der der Gegner zur jeweiligen Leader Card mit Spezialfähigkeit und das Gefecht wird per Gwent ausgetragen.
An der eigenen Geschichte und den neuen (aber auch bekannten Charakteren wie Geralt) arbeitet ein Team um Mateusz ‚Mati‘ Tomaszkiewicz, dem Lead Quest Designer von Witcher 3 – also das „A-Team“, Erwartungen an die Storyqualität dürfen daher hoch sein.

Crossplay zwischen PC und Xbox One ist angestrebt, mit PS4 allerdings sehr unwahrscheinlich. Infos zu einem (bisher nicht implementierten) Chatsystem gab es auf Nachfrage keine.

Gwent-Bier auf der Gamescom 2016
Gwent-Bier auf der Gamescom 2016

Mir hat Gwent ja schon in Witcher 3 gefallen, aber zwei Partien der Gamescom-Demo lassen schon erahnen, dass die Ankündigung „weit umfangreicher“ keineswegs nur so dahergesagt ist. Ich hatte jedenfalls viel Spaß – und das nicht nur weil ich beide Spiele deutlich gewonnen habe.
Interessierte können sich übrigens auf der Website des Spiels für die Closed Beta registrieren.

Halo Wars 2

Halo-typische Einheiten und bunte Grafik bietet das Strategiespiel von 343 Industries ab Februar 2017 auf Xbox One und Windows 10.
Mit dem geringen Zoomlevel, den augenscheinlich wenigen Auswahlmöglichkeiten und der schnellen Spielweise erinnert Halo Wars 2 an ein MOBA oder Action-RTS. Angespielt werden konnte ein Team-Match 3-gegen-3 mit voll ausgebauter Startbasis, d.h. es konnten gleich Fußeinheiten, Luftfahrzeuge, Fahrzeuge und Eliteeinheiten produziert werden.

Nach dem Bekunden anderer Spieler war ich außerdem nicht der einzige, dem die Maus/Tastatur-Steuerung unrund und noch wenig optimiert vorkam. Weil Gears of War 4 ja ähnliche Probleme zeigte, frage ich mich: ist das ein allgemeines UWP-Problem mit Maus/Tastatur?

Lego Dimensions

WB mit Lego Dimensions in der Entertainment Area
WB mit Lego Dimensions in der Entertainment Area

Lego Dimensions von TT Games erschien ja schon Mitte 2015 und war dennoch auf der Gamescom 2016 vertreten. Warum? Es gibt neue Sets in den drei Stufen Level Pack, Team Pack und Fun Pack.
Denn das Action-Adventure der Klötzchen und Minifiguren wird z.B. um die Ghostbusters, Mission Impossible, A-Team und Harry Potter erweitert. In vier verschiedenen unterhaltsamen Spielmodi (z.B. einem, in dem eine tickende Bombe weitergegeben werden muss) können in den diversen Arenen bis zu vier Spieler an einer Konsole gegeneinander antreten – abgesehen von der Kampagne.
Zum Benutzen der einzelnen Zusatzpakete benötigt man immer das Starter-Pack mit dem Dimensionsportal und der Platte zum Erkennen der Figuren, das auch die Hauptkampagne enthält. Ein Zusatzpaket ist quasi ein Hardware-DLC.

Marken wie Dr Who, ET, Jurrasic World oder Zurück in die Zukunft sprechen ja nicht nur Kinder an, sondern auch einfach Fans der Serien bzw. Filme, die ja auch schon etwas älter sein können. So geriet ich mit einer Mitarbeiterin am Warner-Brothers-Stand in eine längere Diskussion über die verschiedenen Titelmelodien von Dr Who, denn in im entsprechenden Pack von Lego Dimensions ist nicht nur jeder der 12 Doktoren enthalten, sondern je nachdem welchen man wählt verändert sich das Innere der TARDIS und die Musik.

Das Spiel bietet definitiv viel Auswahl und wahnsinnig viel Content, aber die verschiedenen Pakete können ganz schön schnell ins Geld gehen.
Lego Dimensions gibt es für Xbox 360, Xbox One, Playstation 3, Playstation 4 und Wii U – aber nicht für PC. Die Bassisspiele sind systemspezifisch, die Erweiterungspacks zum Glück nicht.

Sea of Thieves

Bei Sea of Thieves gab es coole Controllerkarten zum Mitnehmen.
Bei Sea of Thieves gab es coole Controllerkarten zum Mitnehmen.

Der lang erwartete neue Titel von Rare dreht sich um Piraten in der Karibik.
Auf der Gamscom 2016 war Sea of Thieves in Vierergruppen anspielbar, wobei die Spieler mit Sprachchat kommunizieren konnten. Denn Zusammenarbeit ist wichtig, z.B. zum Setzen der Segel, Feuern mehrerer Kanonen, allgemein für die Arbeitsteilung (Steuern, Ausguck, Reparatur) auf dem Schiff, aber auch an Land.

Das fertige Spiel ist prinzipiell auch als Einzelspieler nutzbar, soll mit Freunden aber natürlich viel mehr Spaß machen.
Mein Eindruck: tolle Optik und leicht von der Hand gehende Steuerung. Für ein Videospiel war das Segeln sogar ziemlich realistisch, die Schiffe und deren Waffen gut an der originalen Epoche orientiert.

Die immer in der Nähe anwesende Piratenband konnte meinem Musikgeschmack (und Wünschen an die Intonation) nicht so ganz entsprechen, aber die Hauptsache passte: die Session machte viel Spaß und Lust auf mehr. Sea of Thieves erscheint Anfang 2017 für Windows 10 und Xbox One und ist Teil des Play-Anywhere-Programms.

Sniper Ghost Warrior 3

Das neue Spiel von CI Games aus Polen sieht optisch ganz ansprechend aus. Auch hier folgt man dem Trend der Gamescom 2016 und setzt auf eine Drohne, um dem Spieler Übersicht zu verschaffen.
Ganz einfach ist es nicht, als Scharfschütze unentdeckt und vor allem zielsicher die Gegner auszuschalten. Wenn man sich daran gewöhnt hat, beim Zielen die Entfernung richtig einzustellen, sorgfältig zu visieren und die Luft anzuhalten, sind erste Erfolgserlebnisse aber schon mal da.

Nachdem der Besucher neben mir beim Zocken plötzlich nicht mehr weiter konnte, weil das Spiel festhing, drehte ich mich wieder zu meinem Bildschirm um weiterzumachen – und wurde durch einen Spielabsturz auf den Windows-Desktop unterbrochen. Bis 2017 haben die Entwickler ja noch etwas Zeit…

Das Spiel konnte mich persönlich leider irgendwie nicht weiter motivieren, obwohl ich eigentlich ein Fan von Schleich-Meuchel-Spielen (wie Hitman oder Splinter Cell) bin. Gefühlsmäßig passen wir wohl einfach nicht so recht zusammen.

Sudden Strike 4

Wenig bis gar nicht anstehen musste man auch am Freitag beim Stand von Kalypso, wo es das dieses Jahr überraschend für Windows, OS X, SteamOS und PS4 für das Frühjahr 2017 angekündigte Sudden Strike 4 zu sehen gab.

Angespielt habe ich aus der deutschen Kampagne die Schlacht um Stalingrad. Wie erhofft bietet das neue Sudden Strike vor dem Hintergrund es Zweiten Weltkriegs offenbar eine anspruchsvoll Tiefe mit Reparatur- und Ressourcensystem, d.h. z.B. Versorgung mit Sprit und Munition spielt eine wichtige Rolle.
Auch muss man im Gefecht darauf achten, dass man auch sieht was man sehen muss, d.h. die Fußsoldaten klug für Aufklärung einsetzen und in Deckung positionieren, um sie nicht gegen z.B. feindliche Panzer zu verlieren.

Es gibt keinen Basenbau, aber je nachdem Verstärkungen. Verschiedene Generäle bieten zudem verschiedene Boni. Grafisch ist das Spiel kein neues Weltwunder, aber auf der Höhe der Zeit. Ich freue mich auf die fertige Version.

Star Trek: Bridge Crew

VR ist ja zur Zeit ein heißes Thema. Auf der Gamescom 2016 waren quasi alle VR-Anbieter total überlaufen, bei Star Trek: Bridge Crew gab es an allen Tagen leider keine freien Termine.

Also besuchte ich nur eine Präsentation in der Ubisoft-Lounge über soziale Interaktionen in VR-Umgebung. Die erwies sich auch als ganz interessant, weil immer wieder der Bezug zum Spieler als Sternenflottenoffizier auf der USS Aegis hergestellt wurde. Dieser kann und muss mit seinen Mitspielern u.a. mit Mimik und Gestik interagieren, kommunizieren und reagieren, um die jeweilige Mission erfolgreich zu beenden. Dabei soll jedoch große Freiheit herrschen, wie an die Aufträge herangegangen wird, also z.B. eher wie Captain Kirk oder eher wie Jean-Luc Picard.

Das Spiel kommt Ende November 2016 auf HTC Vive, Oculus Rift und Playstation-VR heraus. Kurz darauf erscheint übrigens ebenfalls das klassische Werwolf-Gesellschaftsspiel in VR-Form von Ubisoft.

Steep

Den innovativen Teil von Ubisoft konnte man bei Steep erleben, bei dem es in den Alpen als große Open-World-Spielfläche Locations und Herausforderungen zu entdecken gilt – und zwar für die vier Wintersportarten Skifahren, Snowboarding, Paragliding und Wingsuit-Basejumping.
Dabei kann nicht nur in 3rd-Person-Ansicht gesteuert werden, sondern auch die spektakuläre GoPro-Perspektive bietet Vorteile.

Es gibt schön sichtbare Spuren im Schnee und verschiedene Arten von Schnee mit anderem Fahrverhalten, das ganze sogar nicht nur tagsüber sondern auch bei Nacht (in der anspielbaren Demo nicht enthalten).
Die Steuerung und das Spielgefühl unterscheiden sich je nach Sportart deutlich. Es gibt zeitbasierte Events, z.B. Slalomrennen, oder auch punktebasierte Wettbewerbe, z.B. mit Snowboard-Tricks. Koop-Boni werden vergeben, wenn man in der Nähe anderer Spieler etwas tolles macht, denn in der eigenen Welt werden immer andere Onlinespieler angezeigt.

Steep kommt noch im Dezember 2016 auf die PS4, Xbox One und Windows-PC (Uplay). Der Ersteindruck war durchaus positiv, aber über die Langzeitmotivation bin ich mir noch gar nicht sicher.

Titanfall 2

EA präsentierte Titanfall 2 von Respawn, nun auch mit Singleplayer mit einer Story, die sich auf die Beziehung zwischen Pilot und Titan fokussieren soll. Producer Drew McCoy zeigte Ingame-Ausschnitte aus einer Mission, in der der Spieler Akkus für seinen Titan besorgen muss. Dieser wurde ihm nach einem eher ungut verlaufenen Gefecht von einem sterbenden väterlichen Freund anvertraut.
Es gibt sogar Rätsel, rein gescriptete Events seien außerdem nicht im Fokus. Klischeebehaftet erschien mir der Level-Endgegner namens Richter, der als stilechter Bösewicht Englisch mit schlechtem deutschen Akzent spricht…

Natürlich gibt es neue Waffen und neue Fähigkeiten zusätzlich zu den alten Bekannten wie der Titan-Dash und Walljumps. Das Spiel ist wie der Vorgänger ziemlich schnell, als Pilot und auch im Titan sollte man recht agil bleiben.
Spielen konnte ich auf der Gamescom 2016 eine Runde im Spielmodus „Amped Hardpoint“, d.h. im Multiplayer, und hatte dabei einiges an Spaß, weil hier die Teams gut ausbalanciert waren, was auf so einer Messe ja zwangsläufig immer ein Problem darstellt.

Watch Dogs 2

Bei Ubisoft gab es eine Live-Spieldemo mit (scheinbarer?) Ähnlichkeit zu der von Ghost Recon Wildlands nebenan: Aufklären mit Drohnen, reinschleichen, etwas klauen, und dann in einem Feuergefecht entkommen.

Angepriesen wurde ein angeblich stark verbessertes Fahrverhalten, aber direkt nach diesem Satz baute der Spieler zum Amüsement der anwesenden Zuschauer einen vermeidbaren mittelgroßen Unfall. Demonstriert wurde das überarbeitete Hacking-System, das nun zwischen kleinen „Speedhacks“ auf einfachen Knopfdruck und mächtigeren, längeren Hacks unterscheidet. Trotzdem ist alles irgendwie wie im Vorgänger, nur statt in Chicago in San Francisco.
Für Kopfschütteln sorgte die Erwähnung eines „Stingray-Warners“ und die Verwendung einer Art ferngesteuertes Auto zum Eingeben einer Zahlensequenz an einer PIN-gesicherten Tür.

Fazit zu Watch Dogs 2: Abwarten, bis nach dem Erscheinen im November 2016.

Kein Spiel: die Sicherheitskontrollen

Eingang am Donnerstag als um 10 Uhr die Messe für alle öffnete
Eingang Süd am Donnerstag, als um 10 Uhr die Messe für alle öffnete

Viel diskutiert wurde ja vor der Messe über die erweiterten Sicherheitsmaßnahmen, namentlich v.a. über die Taschen- und Rucksackkontrollen.

Am Ende ist in der Realität alles nur weniger als halb so schlimm. Ja, in jeden Rucksack wurde ein (nicht besonders gründlicher) Blick geworfen, aber es ging zügig vonstatten. Teilweise gab es sogar die Meinung, dass der Einlass allgemein schneller als letztes Jahr verlief.

Insgesamt waren deutlich mehr Security-Mitarbeiter als in den Vorjahren präsent, an der Wegführung (Eingänge, zwischen den Hallen) wurden auch während der stattfindenden Messe Verbesserungen vorgenommen, so gab es am Freitag nicht mehr wie noch am Donnerstag eine riesige Traube am Haupteingang im Süden, weil die ’normalen‘ Besucher schon vorher umgeleitet wurden.
Persönlich habe ich auf der Gamescom 2016 keine Zwischenfälle erlebt. Die Stimmung bei Ausstellern und Besuchern empfand ich als sehr gut, nur angesichts von Verspätungen und Zugausfällen gab es am Bahnhof Messe/Deutz ein paar nicht ganz entspannte Menschen.

Ausblick: Gamescom 2016 – Teile 2 und 3

In Teil 2 wird es um kleinere Spiele und Indieentwickler gehen, in Teil 3 dann schließlich um unser Lieblingsthema, die mechanischen Tastaturen.

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