Cherry MX Board Silent im Test

Die optimale Bürotastatur, optisch unauffällig, langlebig, natürlich mechanisch –  und leise! – soll es sein: das Cherry MX Board Silent.
Dazu setzt die Firma aus Auerbach in der Pfalz auf die neuen Schalter vom Typ MX Silent. Ob das Ergebnis empfehlenswert ist, zeigt unser Test.

EigenschaftBeschreibung
LayoutUS-ANSI (mit €-Symbol)
SchalterCherry MX Silent Black;
Cherry MX Silent Red
AnschlussUSB;
PS/2 per Adapter
Kabel1,75 m
Key Rollover14KRO (über PS/2)
Maße (BxTxH) [cm]
(lt. Hersteller)
47 x 19,5 x 44
Masse935 g
Preis (UVP)149 $
Cherry MX Board Silent im US-Layout

Erhältlich ist das MX Board Silent (Herstellerwebsite) in insgesamt vier Varianten, allesamt im 104-tastigen US-ANSI-Layout mit Euro-Symbol:

© 2017 c137
Moderne Verpackung
  1. Graues Gehäuse, MX Silent Black (G80-3494LTCEU-0)
  2. Graues Gehäuse, MX Silent Red (G80-3494LWCEU-0)
  3. Schwarzes Gehäuse, MX Silent Black (G80-3494LTCEU- 2)
  4. Schwarzes Gehäuse, MX Silent Red (G80-3494LWCEU- 2)

Zum Test stellte uns Cherry die Variante 3 zur Verfügung.

Der Lieferumfang ist übrigens recht übersichtlich: neben der Tastatur findet sich eine Kurzanleitung und der (mittlerweile doch ziemlich selten gewordene) USB-auf-PS/2-Adapter.

Design und Äußeres

eingeklappte Füßchen

Die Tastatur basiert unverkennbar auf dem Klassiker Cherry G80-3000, was der Hersteller auch gar nicht zu verbergen sucht.

Dadurch kommt schon beim Betrachten des Keyboards deutliches „Bürofeeling“ auf. In Hellgrau wirkt das Design schon fast antiquiert, in schwarz eher zeitlos schlicht.

aufgestellte Füßchen

Manchem mag der große Gehäusebereich über der Funktionstastenreihe negativ auffallen, ich persönlich störe mich daran jedoch nicht.
Oben links auf dem – effektiv ziemlich hohlen – ABS-Gehäuse gibt es ein rotes Cherry-Logo, rechts über dem Nummernblock finden sich drei deutliche Anzeigen zum Num-, Caps- und Scrolllock.

Unterseite des MX Board Silent

Auf der Unterseite sehen wir zwei ausklappbare Aufstellfüße aus transparentem Kunststoff mit Gummierung.
Das Kabel ist nicht abnehmbar, aber sehr flexibel und ca. 1,75 m lang.

Rückseite mit ausgeklappten Füßchen
Vorderseite

Das MX Board Silent ist relativ leicht. Das Gehäuse lässt sich ein wenig verwinden und gibt bei mittlerem Druck etwas nach.Das Tastenfeld lässt sich mit etwas stärkerem Tastendruck durchbiegen.

Insgesamt hätte ich mir schon etwas mehr gewünscht. Das sehr zurückhaltende Design ist einer Arbeitstastatur durchaus angemessen, aber die Gehäusequalität kann ich leider nicht mehr zeitgemäß nennen. Cherry hätte also hier an der G80 etwas mehr updaten können.

Tastenkappen

Als Keykaps kommen ABS-Kappen mit klassischem zylindrischem Cherry-Profil zum Einsatz. Die Farbe ist je nach Tastaturversion der des Gehäuses angepasst. 

Ansonsten gibt es eigentlich nichts großartiges zu berichten, die Schrift (font) ist einfach und hervorragend lesbar. Das weiße Infill ist etwas erhaben, jedoch vermisse ich taktile Markierungen auf den Tasten F und J, denn dass diese Kappen etwas tiefere Rundungen haben, ist mir nicht beim Tippen, sondern erst auf den Bildern aufgefallen.
Unter den großen Tasten finden sich – wie zu erwarten war – Cherry-Stabilisatoren.

Schalter und Technik

Im Gegensatz zu vielen heutigen Mechas gibt es beim MX Board Silent keine Metallplatte, Cherry setzt wie bei der G80 unverändert auf PCB-Mount. Dies kommt oftmals einer geringeren Lautstärke zugute, verringert aber je nach Gehäuse die Stabilität der Tastatur.

Nun zum wichtigsten Punkt an dieser Tastatur: den Switches.
Im vorliegenden Testexemplar sind wie schon erwähnt die MX Silent Black verbaut. Cherry bietet das MX Board Silent aber auch mit den leichtgängigeren, ebenfalls linearen, MX Silent Red an.

Cherry MX Board Silent: Switches
MX Silent Black sind eher grau

Bei den MX Silent handelt es sich weiterhin um Cherrys MX-Schalter nach dem bekannten Prinzip mit Gold-Crosspoint-Kontakten.
Neu ist der Zwei-Komponenten-Stößel, der die Geräusche beim Bottom-out, aber auch beim Top-out verringern soll. Konkret bedeutet das, dass der Stem an den Seiten oben und unten mit weicherem Material ausgestattet ist, welches das Aufschlagen in beide Richtungen dämpft.
Der Tastenhub verringert sich laut Cherry bei den neuen Switches kaum bis gar nicht merklich um 0,3 mm auf 3,7 mm.

Zum Vergleich zog ich meine schon lange nicht mehr benutzte G80 (ebenfalls mit MX Blacks) heran. Das Schreibgefühl ist quasi identisch, die Geräuschentwicklung merklich reduziert.
Leider muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass das MX Board Silent bei etlichen Tasten im Gegensatz zum „Archivgerät“ schwer überhörbar pingt, was vom großen und verhältnismäßig leeren Gehäuse als Resonanzraum ja auch etwas verstärkt wird.

Verbessert wurde übrigens gegenüber der Standard-G80 auch der Key-Rollover auf 14 gleichzeitig erkannte Tasten.
Testen konnte ich das wie üblich mit Hilfe des Microsoft-Programms, Ergebnis: mit USB bleibt man auf 6KRO beschränkt. Der Controller meldet keine virtuellen Tastaturen an den PC, so dass diese Beschränkung des USB-HID-Standards greift.

Tippen und Lautstärke

Tippen lässt es sich an sich auf dieser mechanischen Tastatur jedenfalls ziemlich gut. Freunde von linearen Schaltern kommen definitiv auf ihre Kosten – Neueinsteiger sollten sich übrigens keinesfalls erzählen lassen, das sich lineare Schalter nicht zum Tippen eignen.
Zum Spielen verwendete ich unser Review Sample selbstverständlich auch ein wenig: Hitmans aktuelle Bonusepisode „Landslide“ konnte ich mit dem MX Board Silent problemlos meistern.

Zum Geräuschpegel: die Silent-Schalter reduzieren diesen durchaus merklich. Wenn da nur nicht das nachhallende Pingen wäre.

Natürlich konnte ich es nicht lassen, die Kombination der Silent-Cherry-Schalter mit Uniqeys QMX-Clips auszuprobieren, welche ja auf Tastaturen mit PCB-Mount funktionieren. Der Unterschied in der Lautstärke ist minimal, der Upstroke wird ein ganz kleines bisschen besser gedämpft – dafür verringert sich aber auch der Tastenhub.

Eine vergleichende Audioaufnahme findet ihr hier bzw. auf Soundcloud. Zuerst kommt MX Silent Black ohne QMX, dann mit, dann MX Brown mit QMX auf der Uniqey Q100 und zum Schluss noch mal der MX Silent Black solo (je 5 Tastenanschläge).

Fazit: Cherry MX Board Silent

Die perfekte Bürotastatur? Naja, unter der Beschreibung würde ich dann doch etwas mehr erwarten.
Das MX Board Silent ist auf jeden Fall die beste Cherry G80-3000 und steht bei Office-Aufgaben keineswegs schlecht da. Nur ob sich der hohe aufgerufene Preis (UVP 149$  für Einzelbestellungen) allein aufgrund der Silent-Schalter rechtfertigen lässt, halte ich bei der ansonsten vorhandenen bzw. fehlenden Ausstattung für mehr als fraglich.

Vielen Dank an Cherry und TechnikPR für das Bereitstellen des MX Board Silent für diesen Test!

1 thought on “Cherry MX Board Silent im Test

  1. Habe in nem Elektronikmarkt auch eine Tastatur mit MX Silent Red tippen können. Diese hatte sogar RGB und war nur geringfügig teurer 😀 Das Schreiben erinnert mich ein bisschen an meine gemoddete Novatouch die dadurch ziemlich linear wurde^^ Aber es stört mich nicht, meiner Meinung nach ist dies auch besser.
    Eine TKL Version des Cherry MX Boards mit diesen Tasten und den „hohen“ Cherry Caps wäre etwas was ich mir kaufen würde, diese hier ist leider einfach überteuert für das was sie bietet.

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