Buckling Springs

Tastenkappe und Federführung von einer IBM Model M
Tastenkappe und Federführung von einer IBM Model M

Dieser Beitrag befasst sich mit den Knickfeder-Schaltern von IBM/Lexmark/Unicomp, die meist bei ihrer englischen Bezeichnung genannt werden: Buckling Springs. Daneben gibt es noch v.a. Alps/MatiasCherry MX, Kailh und Topre, die wir jeweils in eigenen Beiträgen beleuchten wollen.

Die 1971 von Richard H. Harris bei IBM entwickelten kapazitiven Knickfeder-Schalter wurden zunächst im IBM Model F eingesetzt.
Das Funktionsprinzip: eine einzelne zentrale Feder ist für den Widerstand beim Drücken, das Wiederhochschnellen der Taste sowie das taktile und hörbare Feedback zuständig. Das Geräusch entsteht, wenn die Feder knickt und gegen das Gehäuse schlägt. Die Auslösung erledigt der unten an der Feder befestigte Hammer, der durch das Auftreffen auf das PCB die Kapazität dort verändert, was als Tastenanschlag erkannt wird. Die Federführung sorgt als Slider nicht nur für den Sitz der Tastenkappe, sondern auch dafür, dass die Feder nur in eine Richtung geknickt werden kann.

Blick auf Knickfeder und Hammer im Gehäuse
Blick auf Knickfeder und Hammer im Gehäuse

Um Kosten zu senken, entwickelte Edwin T. Coleman 1983 die Knickfeder-Schalter mit Membran, die in den IBM Model M verbaut wurden und so große Verbreitung erreichten. Dieser Schaltertyp wurde in Schreibmschinen von IBM, Tastaturen von Lexmark, Brother und AT&T und wird auch in den heutigen Model M von Unicomp verwendet.
Der Unterschied zu den kapazitiven Buckling-Spring-Schaltern besteht darin, dass der nun etwas kleinere Hammer zum Auslösen beim Aufschlagen einen Stromkreis mittels Kontaktmembranen schließt.

Zeichnung eines Membran-Knickfeder-Schalters aus der Patentschrift
Charakteristiktaktil mit Klick
Druckpunktkraft (kapazitiv)60 bis 65 cN
Druckpunktkraft (Membran)65 bis 70 cN
Lebensdauer (lt. Hersteller, kapazitiv)100 Mio. Betätigungen
Lebensdauer (lt. Hersteller, Membran)25 Mio. Betätigungen

3 Gedanken zu “Buckling Springs”

  1. Eines der schönsten Geräusche, wenn jemand mit einer BS schreibt. Leider finde ich die Teile für meinen Geschmack ein wenig zu hart weshalb ich keine mehr besitze 🙁

  2. Ich bin auch irgendwie nicht mit der Model M glücklich geworden. Ich weiß nicht mal so recht warum, bin mehr so der Fan von „smoothen“ Schaltern.

  3. Gibt ja verschiedene Mods für die BS. Vielleicht bekommt man mit dem Bindfaden Mod ein wenig die Härte aus den Tasten. Damit soll sich aber auch gleichzeitig das klicken drastisch reduzieren.
    Ist halt ein zweischneidiges Schwert 🙂

    Aber egal was für Schalter die Tastatur hat, hauptsache Topre ^^

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